Chronologie: Zwölf Jahre Atomstreit

2. April 2015, 20:16
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Der lange Weg zu einer Einigung über das iranische Atomprogramm

Lausanne/Wien - Im Streit um das iranische Atomprogramm verdächtigt der Westen den Iran seit Jahren, unter dem Deckmantel eines zivilen Programms Atomwaffen zu entwickeln, der Iran bestreitet das. Donnerstagabend gelang in Lausanne eine Einigung auf Eckpunkte zu einer endgültigen Vereinbarung.

2002: Irans Exil-Opposition "Volksmujaheddin" deckt die Existenz der Urananreicherungsanlage Natanz und Arbeiten am Bau eines Schwerwasserreaktors zur Plutoniumerzeugung in Arak auf. Spekulationen um ein geheimes Atomprogramm des Iran beginnen.

Oktober 2003: Einigungsschritt zwischen der EU und dem Iran: Der Iran akzeptiert die Anwendung des Zusatzprotokolls zum Atomwaffensperrvertrag (NPT). Dieses erlaubt der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) unangemeldete Inspektionen.

November 2004: Der Iran setzt unter Präsident Mohammad Khatami die Urananreicherung kurzfristig aus.

August 2005: Der Hardliner Mahmoud Ahmadinejad wird Präsident und beginnt eine "No-fear-Politik". Die Atomanlage Isfahan, die teilweise abgeschaltet war, geht wieder voll in Betrieb.

2006: Die IAEA übergibt den Atomstreit dem UN-Sicherheitsrat. Der Iran nimmt die Urananreicherung wieder auf. Die UNO verhängt erste Sanktionen. Bis 2012 folgen drei weitere Resolutionen. In der Folge versucht die internationale Staatengemeinschaft, durch Verhandlungen als 5+1-Gruppe (die fünf UN-Vetomächte plus Deutschland) sowie durch Sanktionen den Iran von der Entwicklung von Nuklearwaffen abzuhalten.

7. Februar 2010: Der Iran verkündet, man habe niedrig angereichertes Uran auf 20 Prozent gebracht, sei in der Lage, es auf 80 Prozent anzureichern, und erklärt sich zur Atommacht.

22. Jänner 2011: In Istanbul werden die Gespräche zwischen dem Iran und der 5+1-Gruppe auf unbestimmt Zeit vertagt.

2012: Die EU beschließt ein Öl- und Gasembargo gegen den Iran; die Ölexporte des Landes schrumpfen um ein Drittel. US-Präsident Barack Obama lässt Eigentum und Vermögenswerte des Iran in den USA blockieren, iranische Großbanken werden sanktioniert. Israel droht mehrmals mit einem Militärschlag. Eine neue IAEA-Resolution fordert Zugang zu der Anlage in Parchin.

2013: Nach mehreren Monaten Unterbrechung werden die Verhandlungen in Almaty ohne Ergebnis fortgesetzt. In seiner ersten UN-Rede versichert Irans Präsident Hassan Rohani, er sei zu "fristgebundenen und ergebnisorientierten Atomverhandlungen" bereit. US-Präsident Obama telefoniert mit Rohani. Es ist der erste direkte Kontakt zwischen beiden Ländern auf dieser Ebene seit der islamischen Revolution 1979.

20. November: Interimsabkommen in Genf: Der Iran muss sein Atomprogramm zunächst für sechs Monate auf Eis legen. Dafür sollen Sanktionen gelockert werden.

20. Jänner 2014: Der Interimsdeal tritt in Kraft. Die EU-Außenminister beschließen eine Lockerung der Sanktionen. Die IAEA bestätigt zuvor, dass der Iran seinen Teil der Interimsvereinbarung vom November einhält.

Februar bis Juli: Sechs Verhandlungsrunden in Wien. Bei der UN-Vollversammlung gibt es neue Verhandlungen, Treffen in Maskat und Wien folgen. Im November wird die Deadline für ein politisches Rahmenabkommen bis 31. März 2015 verlängert. Bis Juli 2015 soll es eine endgültige Lösung geben.

März/April 2015: Verhandlungen in Lausanne. Die Beteiligten sprechen von "substanziellen Fortschritten, aber auch noch von Differenzen". Nach Ende der der Deadline 31. März wird weiterverhandelt und am 2. April eine Einigung auf Eckpunkte erzielt. (APA, 2.4.2015)

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