Wiener Stadtpark: Konflikt um Obdachlose gelöst

3. April 2015, 08:00
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Statt einer Räumung gibt es Quartiere für eine Handvoll Männer und Frauen

Wien - Seit im Oktober 2013 rund 25 Obdachlose aus dem Wiener Stadtpark vertrieben wurden, ist die Frage, wie mit Menschen umgegangen werden soll, die inmitten der noblen Wiener City in Schlafsäcken und Zelten nächtigen, ein Aufregerthema.

Vergangene Woche kochte der Konflikt von neuem hoch: Die Wiener ÖVP hatte in einer Anfrage an Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) Auskunft über das "Zeltlager im Wiener Stadtpark" verlangt. Daraufhin plante die Polizei auf Grundlage der Wiener Kampierverordnung eine Aktion gegen eine kleine Gruppe Obdachloser im Park - fünf bis acht Personen.

Runder Tisch

Die Räumung fand dann doch nicht statt: Freitagfrüh hatten sich Unterstützer und ein STANDARD-Fotograf am Ort des Geschehens eingefunden. Stattdessen vereinbarten Polizei, Stadt Wien, Caritas und mobile Sozialarbeiter bei einem runden Tisch, den Obdachlosen ein Dach über dem Kopf anzubieten - mit Erfolg, wie Klaus Schwertner, Generalsekretär der Wiener Caritas, nun berichtet.

"Wir konnten für alle Betroffenen Quartiere finden. In einem Fall, einer Person, die seit mehreren Jahren auf der Straße lebt, grenzt es an ein Wunder, dass die Bereitschaft besteht, in eine Unterbringung einzuziehen", schildert Schwertner. Bedenklich sei nur, dass mehrere Untergebrachte bald wieder ausziehen müssten: Mit 30. April endet die Wiener Winterhilfe, im Zuge deren auch Menschen aus anderen Bundesländern oder aus dem EU-Ausland in Wiener Obdachlosenunterkünften wohnen dürfen. Hier herrsche Änderungsbedarf, sagt Schwertner. (Irene Brickner, DER STANDARD, 3.4.2015)

  • Obdachloser im Wiener Stadtpark vergangene Woche - inzwischen wurde für alle eine feste Unterkunft gefunden, wenn auch nur bis Monatsende.
    foto: fischer

    Obdachloser im Wiener Stadtpark vergangene Woche - inzwischen wurde für alle eine feste Unterkunft gefunden, wenn auch nur bis Monatsende.

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