Voest bleibt größter heimischer CO2-Emittent

2. April 2015, 17:37
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In der EU sind die Industrieemissionen gesunken, der größter Treibhausgas-Verursacher ist in Polen

London/Wien - Wirtschaftskrise, milder Winter und der forcierte Umstieg auf erneuerbare Energien haben es mit sich gebracht, dass die industriellen Treibhausgasemissionen im Vorjahr in der EU recht ordentlich zurückgegangen sind. In Österreich blieb die Voest der größte industrielle Emittent.

2014 haben die rund 13.000 europäischen Fabriken und Kraftwerksanlagen, die unter das Europäische Emissionshandelssystem (ETS) fallen, fast 1,6 Milliarden Tonnen CO2 (Kohlendioxid) emittiert. Dies ist ein scharfer Rückgang um 4,4 Prozent, errechnete das auf ETS-spezialisierte Londoner Beratungsunternehmen Carbon Market Data auf Basis von Daten, die kürzlich von der EU-Kommission veröffentlicht wurden.

Peanuts

In Österreich führt wie in den Vorjahren die Voest, und zwar mit mehr als 11,5 Mio. Tonnen CO2e (Treibhausgas-Äquivalent, da sind andere Treibhausgase einberechnet). Große heimische Emittenten sind auch die Raffinerie Schwechat, der Chemiekonzern Borealis, eine OMV-Tochter, und die Verbund-Kraftwerke Mellach und Dürnrohr-Zwentendorf. Da seit 2012 auch Fluglinien für die von ihnen verursachten Treibhausgase Emissionszertifikate zukaufen müssen, gehört die AUA mit 716.282 Tonnen CO2e zu den Großemittenten.

Damit allerdings sind die größten Österreicher im EU-Vergleich nur Peanuts. Vor allem Kohlekraftwerke in der EU haben den höchsten CO2-Ausstoß, meist noch vor Stahlwerken und anderen Großfabriken, schreibt Carbon Market Data.

Das im polnischen Belchatow ansässige Wärmekraftwerk und weltgrößte Braunkohlekraftwerk dürfte nach vorläufigen Zahlen auch der größte EU-Emittent sein. Das Kraftwerk, das zum polnischen PGE-Konzern gehört, hatte mit fast 37 Millionen Tonnen des Treibhausgases im Jahr 2014 den höchsten Ausstoß an CO2. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, 3.4.2015)

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