China kritisiert Landung von US-Militärjets in Taiwan

2. April 2015, 17:26
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Peking sieht Verletzung der "Ein-China-Politik"

Peking/Taipeh - Die chinesische Regierung hat die Landung zweier US-Kampfjets in Taiwan kritisiert, das sie als Teil Chinas betrachtet. Peking habe den USA die förmliche Missbilligung des Vorganges übermittelt, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums am Donnerstag.

Nach US-Angaben waren die beiden F-18-Kampfjets der US-Luftwaffe am Mittwoch wegen technischer Probleme auf einer Militärbasis nahe der südlichen Stadt Tainan gelandet.

Reaktion auf Übung

Taiwanischen Medien zufolge handelte es sich bei der Landung der US-Militärjets um die erste ihrer Art seit 30 Jahren. Demnach war das außergewöhnliche Vorgehen der USA möglicherweise eine Reaktion auf eine kurz zuvor erfolgte Übung chinesischer Militärflugzeuge über dem Pazifik östlich von Taiwan.

China ermahnte die USA, sich an bilaterale Abkommen zu halten, nach denen die Regierung in Peking einen Alleinvertretungsanspruch für das chinesische Festland und die Insel Taiwan innehat. "Wir verlangen, dass die USA sich an die 'Ein-China-Politik' halten", sagte die Sprecherin.

Ein Sprecher des American Institute in Taiwan, dem de-facto-Ersatz der US-Botschaft, erklärte indes, die Flugzeuge hätten sich auf einem "Routineflug" befunden und wegen eines technischen Problems bei einem Jet eine Notlandung beantragen müssen.

Der taiwanische Abgeordnete Lin Yu-fang, Militärexperte der Regierungspartei Kuomintang, sagte hingegen, die Landung der US-Jets unterstreiche die "engen Beziehungen" beider Länder. "Taiwan muss von den Vereinigten Staaten als sicherer Ort für eine Notlandung erachtet werden", sagte er.

Die USA unterhalten zwar intensive wirtschaftliche, jedoch keine formellen diplomatischen Beziehungen zu Taiwan, das sich selbst "Republik China" nennt. Die USA sind zudem ein wichtiger Rüstungslieferant für Taiwan, das sich 1949 am Ende des chinesischen Bürgerkrieges von der kommunistischen Regierung in Peking lossagte. Letztere erkennt die Unabhängigkeit Taipehs nicht an und versucht, die Insel durch eine strikte "Ein-China-Politik" international zu isolieren. (APA, 2.4.2015)

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