"Rosetta" muss auf Sicherheitsabstand zum Kometen gehen

2. April 2015, 16:51
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Staub gefährdet Orientierung der Sonde - Leiter der Flugkontrolle: "Im Moment möchten wir unter 100 Kilometer nicht mehr gehen"

Darmstadt - Nach einer kritischen Situation ist die Raumsonde "Rosetta" auf mehr Distanz zum Kometen "Tschuri" gegangen: Durch den aus dem Kometen ausgetretenen Staub hatte das Navigationssystem der Sonde am vergangenen Samstag Schwierigkeiten mit der Orientierung bekommen, teilte die europäische Raumfahrtagentur ESA mit.

Das Signal der Sonde sei 24 Stunden so schwach gewesen, dass die Wissenschafter es fast verloren hätten, sagte der Leiter des "Rosetta"-Flugkontrollteams, Sylvain Lodiot, in Darmstadt. Am vergangenen Sonntag habe das System wieder die Sterne "gesehen" und seine Position selbst korrigiert. "Rosetta" sei auf größere Distanz zu "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" gegangen. "Im Moment möchten wir unter 100 Kilometer nicht mehr gehen", sagte Lodiot.

Orientierungsprobleme

"Rosetta" hatte sich dem Kometen bis auf 14 Kilometer angenähert, als die Probleme Samstag früh begannen. Die Instrumente seien durch den Staub "verwirrt" worden, teilte die ESA mit. In diesem Fall übernähmen andere Instrumente die Arbeit für die sogenannten "Star Tracker", aber diese seien nicht so präzise. Die Antenne, die "Rosetta" für die Kontaktaufnahme zur Erde braucht, hatte laut Lodiot eine Abweichung von 0,8 Grad. Dieser Zustand habe bis Sonntag früh gedauert. "Das war sehr schlimm", sagte Lodiot.

Als der Staub verschwand, habe "Rosetta" selbst die Position korrigiert, sich zunächst aber an den falschen Sternen orientiert. Durch automatische Gegenchecks habe sich das System dann in die richtige Position gebracht und sei in einen Sicherheitsmodus gegangen. Dabei werden nach ESA-Angaben wissenschaftliche Instrumente vorübergehend abgeschaltet.

"Wir haben begonnen, die Instrumente wieder anzuschalten, aber es dauert noch ein paar Wochen", sagte Lodiot. In einem ersten Manöver sei "Rosetta" 400 Kilometer auf Distanz zu "Tschuri" gegangen. Diesen Samstag soll sich die Raumsonde erst mal auf 140 Kilometer annähern. Die Flugbahn müsse jetzt neu geplant werden. (APA/red, derStandard.at, 2.4. 2015)

  • Rund um "Tschuri" wogt mehr Staub durchs Vakuum, als der "Rosetta"-Sonde guttut.
    foto: apa/epa/esa/rosetta/navcam

    Rund um "Tschuri" wogt mehr Staub durchs Vakuum, als der "Rosetta"-Sonde guttut.

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