Klarer Problemfall Rot-Grün

Kolumne6. April 2015, 17:00
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Vielleicht könnte die Politik Anleihe im Straßenverkehr nehmen - allerdings ist selbst das zu hinterfragen

Rot und Grün, das passt im Moment gar nicht gut zusammen. Anschauliches Beispiel für ein maximal vergiftetes Klima ist die Wiener Stadtregierung, weil sich die SPÖ einen ideologischen Flachwurzler (© Jörg Haider) geangelt hat, um eine Wahlrechtsreform zu verhindern. Die Grünen reagierten zwar mega angefressen, so schlimm, dass sie in der Sekunde aus der ohnehin leidlich funktionierenden Koalition geflohen wären, ist es offensichtlich aber nicht. Also wälzt sich das seltsame Gespann bis zur Wahl im Oktober dahin und sorgt für maximale Wähler-Frustration.

Vielleicht könnten die beiden Streitparteien Anleihe im Straßenverkehr nehmen. Da harmonieren Rot und Grün nur, wenn sie nacheinander an die Reihe kommen. Allerdings ist in Wien selbst das zu hinterfragen. In einem großen Feldversuch testet der Magistrat nämlich seit bald zwei Jahren, ob es nicht doch gleichzeitig geht. Ort des Schauspiels ist ein sehr gut frequentierter Fleck vor dem ehemaligen Südbahnhofgelände.

Amtliches Verwirrspiel

Wo einander Wiedner Gürtel und Prinz-Eugen-Straße kreuzen, bleiben (in Fahrtrichtung Südosttangente) originellerweise selbst dann rote Signallichter eingeschaltet, wenn die über jeder Richtungsfahrbahn angebrachten Ampeln auf Grün springen, um mittels Pfeils Geradeausfahren anzuempfehlen. Dieses amtliche Verwirrspiel mag hilfreich sein für jene, die schnell noch über die Kreuzung flitzen und in die Radarfalle tappen würden. Die regelmäßigen Notbremsungen desorientierter Autofahrer sind es für den Verkehrsfluss definitiv nicht. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, 3.4.2015)

  • Rot und Grün harmonieren im Straßenverkehr nur, wenn sie nacheinander an die Reihe kommen.
    foto: ap photo/axel heimken

    Rot und Grün harmonieren im Straßenverkehr nur, wenn sie nacheinander an die Reihe kommen.

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