Deutsches Außenministerium wendet sich von Linux ab

2. April 2015, 15:06
292 Postings

Statt über 11.000 Linux-Arbeitsplätze funktionieren momentan nur mehr 1.000 mit freier Software

Deutsche Behörden verzichten zusehends auf Open Source-Lösungen und kehren wieder zu Windows zurück. Ein Beispiel ist etwa das Auswärtige Amt, das bereits 2010 eine neuerliche Hinwendung zu Microsoft-Produkten beschlossen hatte. Wie Heise aufgrund einer parlamentarischen Anfragebeantwortung berichtet, sind dato nur mehr rund 1.000 Arbeitsplätze mit Linux erhalten. Früher gab es bis zu 11.000 Rechner mit Debian, jetzt läuft dieselbe Anzahl auf Windows 7. Bei der Serverstruktur sei das Verhältnis gemischt.

Hohe Kosten durch Microsoft

Während die Wartung von Open Source-Software in den vergangenen vier Jahren insgesamt 2,2 Millionen Euro ausmachte; zahlte das Ministerium allein für Windows 7-Lizenzen über 1,7 Millionen Euro. Bei den Microsoft-Serverprodukten kamen 2,4 Millionen dazu; der "mehrjährige" Support durch Microsoft kostet 1,5 Millionen Euro. Für "Umsetzungsunterstützung" wurden weitere 500.000 Euro gen Redmond überwiesen.

Mischkulturen

Das Auswärtige Amt stellt allerdings klar, die Vorgänge nicht als "Rückmigration" zu betrachten. Man setze weiterhin auf "Mischkulturen". Für die deutschen Grünen ist der Rückgang jedoch eindeutige eine "Abkehr von Open Source". Auch in München, das mit dem Projekt Limux einst für Furore sorgte, wechseln Behörden wieder auf kommerzielle Software. (fsc, 2.4.2015)

Links:

Heise

  • Microsoft gewinnt bei Behörden an Terrain zurück
    foto: ap/rothermel

    Microsoft gewinnt bei Behörden an Terrain zurück

Share if you care.