Nordkorea weist Chefin der Welthungerhilfe aus

2. April 2015, 14:40
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Weder Vorwarnung noch Begründung

Pjöngjang - Nordkorea hat die örtliche Leiterin der Welthungerhilfe des Landes verwiesen. Die kommunistische Regierung in Pjöngjang habe ohne jede Vorwarnung oder Begründung die Repräsentantin Regina Feindt Ende Februar zum Verlassen des Landes aufgefordert, bestätigte die Organisation am Donnerstag auf Anfrage. Man sehe nicht, dass Feindts Verhalten Anlass für die Ausweisung gegeben habe.

In Nordkorea sind in den 1990er Jahren Hunderttausende Menschen verhungert. Zwar wurde seitdem die Lebensmittelproduktion verbessert, die international isolierte "Demokratische Volksrepublik Korea" ist jedoch auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen.

Die deutsche Welthungerhilfe ist eine der wenigen Nicht-Regierungs-Organisationen, die in Nordkorea geduldet werden. Reuters hatte aus Kreisen der überschaubaren ausländischen Gemeinschaft in Pjöngjang von der Ausweisung erfahren und bei der Welthungerhilfe nachgefragt.

Feindts Mitarbeiter Karl Fall reiste nach Angaben der Welthungerhilfe auf eigenen Wunsch im März aus, nachdem er zuvor zwölf Jahre in Nordkorea gearbeitet hatte. Die Organisation ist seit 1997 in Nordkorea präsent und hat seitdem mehr als 60 Millionen Euro für die Verbesserung der Lebensmittelversorgung ausgegeben. (APA, 2.4.2015)

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