Vöslauer zahlt 653.000 Euro für Preisabsprachen

2. April 2015, 12:38
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Das Kartellgericht begründet die Strafe mit Einflussnahme auf die Endverkaufspreise zwischen Jänner 2007 und Dezember 2012

Wien - Das Kartellgericht hat gegen den Mineralwasserproduzenten Vöslauer wegen Preisabsprachen mit dem Lebensmitteleinzelhandel eine Geldbuße von 653.775 Euro verhängt. Die Entscheidung vom 3. März sei rechtskräftig und entspreche dem Antrag der Bundeswettbewerbsbehörde, teilte die Behörde am Donnerstag auf ihrer Homepage mit.

"Die wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen betrafen die Einflussnahme auf Endverkaufspreise bestimmter nichtalkoholischer Getränke, insbesondere Mineralwasser, im Zeitraum zwischen Jänner 2007 und Dezember 2012", hieß es in der Entscheidung des Kartellgerichts. Im Rahmen dieser vertikalen Preisabstimmungsmaßnahmen seien zwischen Vöslauer und dem Lebensmitteleinzelhandel mehrmals die Kurantpreise und insbesondere die Aktionspreise des Lebensmitteleinzelhandels abgestimmt worden. Diese Wiederverkaufspreise seien vom Handel in bestimmten Fällen auch umgesetzt worden.

Mehrere Millionenstrafen wegen Preisabsprachen

Bei der Berechnung der Geldbuße wirkte sich unter anderem mildernd aus, dass Vöslauer die kartellrechtswidrigen Verhaltensweisen vor Beginn der Untersuchung freiwillig beendet hatte. Weil die Parteien auf Rechtsmittel verzichteten, ist die Entscheidung rechtskräftig.

In den vergangenen Jahren waren der Lebensmittelhandel und die Hersteller wegen vertikaler Preisabsprachen im Fokus der Wettbewerbshüter. Die Bundeswettbewerbsbehörde warf Händlern, Molkereien und Brauereien vor, Endverkaufspreise durch Vereinbarungen und abgestimmte Verhaltensweisen direkt und indirekt festgesetzt zu haben. Die höchsten Strafen entfielen bisher auf Rewe (20,8 Millionen Euro), Spar (drei Millionen Euro, nicht rechtskräftig), Berglandmilch (1,1 Millionen Euro) und die Brau Union (750.000 Euro). (APA, 2.4.2015)

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