Affäre Seselj: Kroatien rief Botschafter aus Belgrad zurück

2. April 2015, 10:53
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Nach Verbrennung der kroatischen Flagge durch Ultranationalist Seselj

Zagreb/Belgrad - Kroatien hat seinen Botschafter in Belgrad zurückgerufen, nachdem der serbische Ultranationalist Vojislav Seselj am Mittwoch eine kroatische Flagge vor einem Gericht in der serbischen Hauptstadt verbrannt hatte. Der Botschafter Gordan Markotic sei zu Konsultationen nach Zagreb zurückbeordert worden, hieß es aus dem Außenministerium am Donnerstag.

Außerdem sei in einer diplomatischen Note "scharfer Protest" wegen des Geschehens eingelegt worden, hieß es weiter. "Der verurteilte Kriegsverbrecher Seselj versucht mit Volksverhetzung, Kriegsrhetorik und Symbolik sowie mit Anzündung der kroatischen Flagge vor einer serbischen Institution die Region, insbesondere aber die Beziehungen zwischen Kroatien und Serbien zu beeinflussen."

Seselj, der sich wegen Kriegsverbrechen in Kroatien, Bosnien-Herzegowina und der nord-serbischen Provinz Vojvodina vor dem Haager Tribunal verantworten muss, war im November aus humanitären Gründen vorübergehend freigelassen worden. Bereits kurz nach seiner Rückkehr nach Serbien sorgte er mit provokanten Aussagen, oft gegen Kroatien gerichtet, für Verstimmungen. (APA, 2.4.2015)

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