Laufen im Prater ohne Hauptallee

Userartikel18. April 2015, 13:51
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Christian Decker geht gerne und viel laufen. Nach der Umrundung des Lainzer Tiergartens stellt er hier eine weitere Lieblingsstrecke vor.

open street map

Heute möchte ich meine Lieblingsstrecke im Prater vorstellen. Start und Ende ist der Stadionparkplatz, Länge ist ca. zehn Kilometer, allerdings gibt es einige Abkürzungen für die, die nicht so lange laufen wollen. Und es ist quasi – bis auf einige Überquerungen – kein Meter Hauptallee dabei.

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foto: christian decker

In Gesprächen mit Läufern stelle ich immer wieder mit Erschrecken fest, dass viele im Prater nur die Hauptallee als Laufstrecke kennen. Dabei gibt es so viele, schöne Laufstrecken abseits dieser echt langweiligen Strecke.

Die Hauptallee ist super, wenn man Tempoeinheiten trainieren möchte und die Kilometermarkierungen braucht. Oder als letzte lange Einheit vor dem Wien-Marathon, um sich mental auf diese Strecke vorzubereiten. Und natürlich wenn es richtig dunkel ist und man nicht im Wald laufen möchte. Abseits davon gibt es nur wenige Gründe, eine vier Kilometer lange, gerade Straße entlang zu laufen.

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christian decker

Los geht's. Vom Stadionparkplatz quert man die Hauptallee und läuft – möglichst ganz rechts – Richtung Lusthaus, vorbei am Kinderspielplatz und der schönen Wiese mit der Aussicht auf den kleinen See.

Wenn der Wald rechts beginnt, nicht den Fehler machen und den ersten Waldweg hineinlaufen, dieser ist seit Jahren mit einem umgestürzten Baum blockiert. Ein paar Meter weiter führt ein schmaler Pfad in den Wald, dem man nun kurvig folgt. Vorsicht: Nicht nur nach unten schauen, hier hängen teilweise Äste herunter.

Das Schöne an dem Pfad ist, dass die eintönige Bewegung des Laufens durch die vielen Kurven sehr variantenreich wird.

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christian decker

Der Pfad verläuft im Prinzip parallel zur Hauptallee, hin und wieder liegen umgestürzte Bäume im Weg, um die sich dann neue Wege gebildet haben. Der Prater ist ja ein Schutzgebiet, in dem die Bäume so lange liegen bleiben dürfen, bis sie sich natürlich auflösen.

Bald erscheint die Brücke der Tangente, unter der wir in gerader Richtung durchlaufen und dahinter wieder im Wald verschwinden.

Auf diesem Waldpfad gibt es nur ganz selten Abzweigungen – unsere Strecke, die wir laufen, ist aber mit Abstand am breitesten. Wirklich verirren kann man sich aber nicht – sobald man auf der Hauptallee (links) oder am Wasser (rechts) ist, war es eine falsche Abzweigung.

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christian decker

Der Pfad endet mit einer ganz kurzen Steigung rechts hinauf, wo wir den asphaltierten Weg links Richtung Hauptallee nehmen und diesen in gerader Richtung überqueren. In der gedachten Fortsetzung des Weges führt ein breiter Weg in den Wald. Dies ist die erste von mehreren Abkürzungen – der Weg macht eine Schleife über das untere Heustadlwasser (am Plan gut sichtbar), wer sich etwas mehr als einen Kilometer sparen möchte, kürzt hier ab.

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christian decker

Leider wurde beim zweiten Teil der Schleife der Pfad neben dem Wasser "verbaut". Grundsätzlich kann man dort zwar laufen, muss sich aber doch immer wieder durch Gebüsch zwängen. Wer sich das nicht antun möchte, bleibt einfach am asphaltierten Weg.

Am Ende der Schleife stößt man wieder zur Hauptallee und biegt links ab und nach ein paar Metern in den Waldweg ein.

Dieser verläuft wieder parallel zur Hauptallee, bringt uns unter der Ostbahn hindurch und kreuzt einen breiten Weg. Wir lassen uns nicht beirren und bleiben der eingeschlagen Richtung treu.

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christian decker

Man kreuzt dann die Aspernallee (bitte aufpassen, die Autofahrer rechnen nicht oft mit Läufern) und laufen links an der Kirche Maria Grün vorbei. Diesem breiten Weg folgen wir für etwa einen Kilometer.

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foto: christian decker

Einige hundert Meter nachdem links oben am Damm unüberriechbar ein Pferdestall ist, biegt der Pfad am Ende des Wassers nach rechts ab. Hier können wir uns entscheiden, die kleine Runde zu laufen, oder nach einem kleinen "Schlenkerer" in ursprünglicher Richtung den Damm entlang weiter zu laufen und die große Runde in Angriff zu nehmen. Die Ersparnis der kleinen Runde ist deutlich weniger als ein Kilometer: Ich empfehle daher die lange Strecke.

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christian decker

Am Ende des Lusthauswassers (nach ungefähr einem Kilometer) lassen wir das Gasthaus im wahrsten Sinne des Wortes links liegen – auch wenn es noch so verlockend duftet – und traben an Pferdeställen vorbei die Straße entlang bis zum Ende des Parkplatzes, wo wir im rechten Winkel abbiegen.

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christian decker

An der Straße laufen wir rechts unter der Ostbahnbrücke durch und sehen nach einer Kurve einen Pferdeweg rechts in den Wald münden. Von diesem biegt ein kleiner Pfad am Beginn links in den Wald – dort müssen wir hin.

Nicht wundern, dass am Plan an dieser Stelle die Strecke nordwärts führt, ich wohne in Simmering und meine Runde startet hier.

Dieser Pfad führt wieder geschwungen durch den Wald und dann über eine Wiese an einer weiteren Kleingartenanlage (links) entlang. Wie immer auf dieser Route gilt: Solange ich meine Hauptrichtung nicht ändere, kann ich mich nicht verlaufen.

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christian decker

Irgendwann gelangen wir an einen Zaun, an dieser Stelle biegen wir rechts ab und halten uns auf dem breiten Weg links. Dieser Weg führt Richtung Tangente, bei der wir rechts entlang weiterlaufen (also den Damm an der linken Schulter). Wir bleiben in dieser Richtung, laufen den Weg unterhalb der Tangentenbrücke entlang, überqueren eine Straße und treffen auf eine Brücke über das Heustadlwasser, vor der wir links abbiegen, den Weg am Wasser entlang.

Diesem Weg solange folgen, bis am Ende ein gelbes Gasthaus mit Bootsverleih auftaucht. Nun sind wir schon fast da. Einmal links abbiegen und wir sehen schon den Stadionparkplatz.

Es gibt im Prater sicher noch hunderte Varianten durch den Wald. Mir gefällt diese Strecke, weil sie schön abwechslungsreich ist und für einen schnellen Lauf gerade die richtige Länge hat.

Kurzfakten:

  • Start/Ende: Stadionparkplatz
  • Länge: ca. zehn Kilometer

Christian Decker ist ein begeisterter Läufer – mittlerweile weniger auf Straßen und Asphalt unterwegs, sondern viel öfters im Wald. Dabei probiert er immer wieder neue Laufstrecken aus – die schönsten dokumentiert er hier im Blog. Seine Erfahrungen beim Laufen, vor allem mit seinen FiveFingers, hat er in seinem Blog zusammengefasst.

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