Obama geht mit Wirtschaftssanktionen gegen Hacker vor

1. April 2015, 17:36
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Regierung kann Vermögen einfrieren - US-Präsident reagiert auf Zunahme von Cyberattacken

Die USA nehmen Wirtschaftssanktionen in ihr Arsenal für den Kampf gegen Cyberangriffe auf. Eine am Mittwoch von Präsident Barack Obama unterzeichnete Exekutivanordnung ermöglicht der US-Regierung, das Vermögen von Hackern einzufrieren, die in Attacken auf Ziele in den Vereinigten Staaten verwickelt sind.

Obama rief angesichts der Zunahme von "bösartigen Cyberaktivitäten" gegen die USA einen nationalen Notstand aus. Die Sanktionsliste wird den Angaben zufolge gemeinsam vom Finanz-, Außen- und Justizministerium in Washington erstellt. Die Strafmaßnahmen sollen unter anderem bei Attacken auf wichtige Infrastruktur wie die Strom- oder Wasserversorgung, beim Diebstahl von Bank- und Kreditkarteninformationen sowie bei der Entwendung von Industriegeheimnissen greifen.

China, Russland, Nordkorea, Iran

Obama drohte sowohl einzelnen Hackern als auch Unternehmen, die von den Cyberangriffen profitieren, mit Konsequenzen. Ausdrücklich erwähnte der Präsident Attacken aus China, Russland, Nordkorea und dem Iran. Bisher sei es wegen schwacher Gesetze und dem Unwillen ausländischer Regierungen oftmals schwierig gewesen, "schlechte Akteure" zur Rechenschaft zu ziehen, sagte er.

Als Reaktion auf eine Welle von Hackerattacken hatte Obama im Jänner schärfere Gesetze zur Cybersicherheit angekündigt. Mutmaßlich nordkoreanische Hacker hatten vergangenen November dieComputersysteme des Filmstudios Sony Pictures geknackt und anschließend vertrauliche Informationen imInternet veröffentlicht. Mit dem Datenleck wollten sie die Absetzung der Politkomödie "The Interview" erzwingen, die von einem fiktiven Mordkomplott gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un handelt. Pjöngjang wies jede Verantwortung zurück.

Zahlreiche Vorfälle

Millionen von Verbrauchern in den USA wurden in den vergangenen Jahren Opfer von Datendiebstahl durch ausländische Hacker. Alleine durch eine Cyberattacke auf den Einzelhandelsriesen Target sollen die Kreditkarteninformationen von bis zu 40 Millionen Kunden in die Hände von Kriminellen gelangt sein. China steht wiederum im Verdacht, eine Sondereinheit seiner Volksbefreiungsarmee einzusetzen, um Handelsgeheimnisse von US-Unternehmen zu stehlen. (APA, 01.04.2015)

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