Aus Ernst wurde Spaß

1. April 2015, 17:22
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Wie die Caps über Linz zum Erfolg und ins Finale fanden - Rotter: "Enormes Selbstvertrauen"

Wien - Was machen Eishockey-Cracks, die seit Monaten zusammenstecken, wenn sie vom Trainer zwei Tage frei bekommen? Sie setzen sich zusammen, vertilgen einige Burger und lassen vielleicht - so wie am Mittwoch die Vienna Capitals - ein gewonnenes Semifinale noch einmal Revue passieren. Ist dann noch 1. April, wird vielleicht zusätzlich gescherzt. Rafael Rotter, der beim 2:1 nach Verlängerung in Linz just mit seinem ersten Playofftor für die Entscheidung gesorgt hatte, schloss allerdings aus, dass er die Scheibe noch einmal abspielen wollte. "Die sollte schon aufs Tor gehen", sagt Rotter. Der 27-Jährige, einer der wenigen Wiener im Team, hatte im richtigen Moment den Schläger hingehalten und eine gelungene wie symptomatische Aktion abgeschlossen. "Wir haben einige ordentliche Checks kassiert", sagt Rotter, "und wir haben die Aktion dennoch mit Erfolg durchgezogen."

Die Capitals waren den Black Wings letztlich vor allem auch körperlich überlegen. Dahinter steckt, wie Rotter sagt, "unser enormes Selbstvertrauen". Dabei habe zu Beginn des Jahres "jeder Spieler fast gehofft, dass die Saison möglichst bald zu Ende geht und der Urlaub beginnt". Nach starkem Saisonbeginn waren die Caps stark zurückgefallen, doch mit einem Trainerwechsel - von Tom Pokel zu Jim Boni - führte Klubchef Hans Schmid die Wende herbei. Unter Boni drehten die Capitals das Viertelfinale gegen Szekesfehervar, und sie drehten auch das Semifinale gegen Linz. Rotter: "Wir spielen wieder strukturiert, jeder weiß, was seine Aufgabe ist, und wir haben wieder Spaß am Eishockey."

Der Italo-Kanadier Boni (51), der auch Österreichs Teamchef war, hat die Capitals schon einmal betreut, 2005 führte er den Klub gegen den KAC zum bis dato einzigen Meistertitel. Der KAC revanchierte sich im Finale 2013, nun nehmen die Caps zum dritten Mal Anlauf. Gegner Salzburg war lange Zeit ein Playoff-Angstgegner der Wiener, die fünfmal en suite im Semifinale den Kürzeren zogen, ehe sie sich 2013 endlich einmal durchsetzen konnten. Heuer sind die Salzburger, die am Dienstag nach Ostern mit Heimvorteil in die Serie (best of 7) starten, klar zu favorisieren, sie haben die Saison von Beginn an dominiert.

"Das zählt jetzt alles nicht mehr", sagt Rotter. "Im Finale beginnt es wieder bei Null." Der Urlaub kommt früh genug. (Fritz Neumann, DER STANDARD, 2.4.2015)

  • Just Rafael Rotter (Mitte), der im Play-off heuer noch ohne Torerfolg geblieben war, besorgte in Linz die Entscheidung.
    foto: apa/herbert neubauer

    Just Rafael Rotter (Mitte), der im Play-off heuer noch ohne Torerfolg geblieben war, besorgte in Linz die Entscheidung.

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