Russland verlängert Gasrabatt für Ukraine

1. April 2015, 17:24
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Russland hat einer Verlängerung der Gasrabatte zugestimmt und dehnt die Frist für Kiew um weitere drei Monate aus

Russland hat einer Verlängerung der Gasrabatte für die Ukraine bis zum 30. Juni zugestimmt. Die Entscheidung segnete Präsident Wladimir Putin persönlich im Gespräch mit Premier Dmitri Medwedew ab. Voraussetzung sei, dass Kiew alle anderen Bedingungen des Vertrags erfülle, fügte er hinzu. Die Ukraine erhält damit einen Abschlag von 100 Dollar vom Vertragspreis, dessen Formel 2009, nach der Beilegung eines abermaligen Gasstreits beider Länder festgelegt wurde.

Der Rabatt war nach zähen Verhandlungen unter Vermittlung der EU ursprünglich nur für den Winter vereinbart worden. Die Verlängerung des "Winterpakets" hingegen wurde nun relativ konfliktfrei von beiden Parteien ausgehandelt.

Wegen der anhaltenden Ölpreisschwäche verbilligt sich russisches Gas damit für die Ukraine im Vergleich zum Winter - für die angeschlagene Wirtschaft des osteuropäischen Landes ein wichtiger Faktor. 2014 verbrauchte die Ukraine 42,5 Milliarden Kubikmeter Gas. Mehr als die Hälfte muss importiert werden. Der genaue Preis für das anstehende Quartal steht noch nicht fest. Russischen Medienangaben nach könnte er zwischen 250 und 280 Dollar (gegenüber 329 Dollar im ersten Vierteljahr) liegen.

Offizielle Aussagen aus beiden Ländern deuten derzeit eher auf das untere Ende der Preisspanne hin: Russlands Energieminister Alexander Nowak bezifferte vor einigen Tagen den Gaspreis für die Ukraine ohne Rabatt auf 348 Dollar. Der ukrainische Energieminister Wladimir Demtschischin seinerseits betonte, dass die Ukraine russisches Gas nur dann kaufen werde, wenn Gazprom den Endpreis von 250 Dollar (hier bereits mit Rabatt) bestätige.

Die erwartete Einigung für den Frühling löst allerdings nicht die Differenzen über Lieferungen der Vergangenheit. Nach Angaben Gazproms hat Kiew Schulden über 2,5 Milliarden Dollar. Die Ukraine bestreitet diese Summe. (Andre Ballin aus Moskau, DER STANDARD, 2.4.2015)

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