Deutsche Regierung erlaubt Probefracking

1. April 2015, 17:12
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Das Gesetz ist beschlossen: Die Bohrungen sollen nur in mehr als 3.000 Metern Tiefe stattfinden, um Trinkwasser nicht zu gefährden

Berlin - Die deutsche Bundesregierung hat am Mittwoch nach jahrelangen Diskussionen das umstrittene Fracking-Gesetz beschlossen. Bisher gab es keine gesetzliche Regelung dieser umstrittenen Methode zur Förderung von Erdöl und Erdgas.

In sensiblen Regionen wie Wasserschutz- und Trinkwassergebieten soll sie verboten werden. Nicht erlaubt sind zudem Bohrungen in Schiefer- und Kohleflözgestein in weniger als 3000 Metern Tiefe. Davon ausgenommen sind aber wissenschaftliche Probebohrungen, wenn nachgewiesen ist, dass das Trinkwasser durch die Fracking-Flüssigkeit nicht gefährdet ist.

Kommerzielles Fracking frühestens 2019 möglich

Sind die wissenschaftlich begleiteten Tests erfolgreich, kann ab dem Jahr 2019 kommerzielles Fracking in Deutschland erlaubt werden. Dafür hat sich der Wirtschaftsflügel der CDU starkgemacht. Das letzte Wort werden dann die Behörden der einzelnen Bundesländer haben.

Doch die nun bevorstehenden parlamentarischen Beratungen werden nicht einfach. Es gibt in allen Fraktionen massiven Widerstand. Bei CDU/CSU ist von rund einhundert Abgeordneten die Rede, die schärfere Regeln fordern. In der Fraktion der Sozialdemokraten formiert sich Widerstand gegen die geplante kommerzielle Nutzung der Technologie. (bau, DER STANDARD, 2.4.2015)

  • Fracking soll in Deutschland nun gesetzlich geregelt werden.
    foto: apa/gerten

    Fracking soll in Deutschland nun gesetzlich geregelt werden.

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