Vier Millionenbesucher im Parlament

1. April 2015, 15:28
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Präsidentin Bures überhäuft Familie aus Perchtoldsdorf mit Blumen, Torten und Führung

Wien – Wer dann tatsächlich als Erster über die Eingangsschwelle des Parlaments geschritten ist, darüber war man sich im danach einsetzenden Blitzlichtgewitter der Fotografen nicht mehr ganz einig. Die bereits im Vorfeld alarmierte Parlamentsdirektion befand also diplomatisch: Die ganze Familie Högn – also die Kinder Moritz (11) und Tobias (13) sowie die Eltern Michaela und Oliver – gilt als einmillionster Besucher seit Eröffnung des Besucherzentrums im Hohen Haus.

Torte, lecker

Kurz nach 10 Uhr vormittags bogen die Perchtoldsdorfer am Mittwoch an der Pallas Athene vorbei ins Parlament ein. Für Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) ein wenig zu schnell. Mit einigen Minuten Verspätung erschien sie zum persönlichen Shakehands, vermittelte eine spezielle Kinderführung, überreichte Blumenstrauß sowie zwei Torten. Die eine (groß, schokoladig, lecker, mit Österreich-Fahnen und dem Parlament als Zuckerplattenzier) wurde medienwirksam angeschnitten und unter den Högns und den Parlamentsmitarbeitern verteilt.

foto: apa/roland schlager

Die andere blieb den vier Millionenbesuchern ebenso für zu Hause wie die Aussicht auf eine spezielle "Backstagetour", wie Bures die Führung in das Dachgeschoß des Hohen Hauses anpries. Darauf freuen sich die Högns, von Beruf Architekt und technische Zeichnerin, besonders. Bis Sommer 2017 haben die Perchtoldsdorfer Zeit: Dann wird der Parlamentsbetrieb zwecks Genersalsanierung komplett abgesiedelt.

Fotos, viele

Präsidentin Bures freute sich über das Interesse der Familie am "Zentrum der Demokratie". Es zeige sich: "Das ist zwar das Hohe Haus, es ist aber nicht abgehoben." Schnell noch ein paar Bilder (Bures: "Was machen die mit den vielen Fotos, frag ich mich immer? Sie kriegen dann eines, das schick ich Ihnen") und eine Tasse Kaffee, dann haben die Högns das Prozedere schon fast wieder hinter sich. Im Oktober feiert das Besucherzentrum seinen zehnten Geburtstag, seither strömen rund 100.000 Politikinteressierte pro Jahr in das Haus am Ring. Alleine heuer verzeichnete man bereits mehr als 20.300 Besucher.

Familie Högn war am Mittwoch übrigens gleich zweimal da: Ein Kamerateam bat darum, die Ankunft im Hohen Haus noch einmal nachstellen zu dürfen. Auch dieser Regieanweisung kam man nach. Und diesmal war es eindeutig: Tobias war der Erste. (Karin Riss, derStandard.at, 1.4.2015)

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