Große FPÖ-Trittsicherheit bei April-Fettnäpfchen

1. April 2015, 15:12
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Landesparteisekretär Jenewein fällt auf SPÖ-Falle herein: "Selbstbeschränkung bei Social Media muss jedem selbst überlassen bleiben"

Wien – Es scheint Schwierigeres zu geben, als FPÖ-Politiker in eine Aprilfalle tappen zu lassen. Nachdem sich Heinz-Christian Strache auf seiner Facebook-Seite über ein vermeintliches Panier-Verbot echauffiert hatte, stand ihm der Wiener Landesparteisekretär und Bundesrat Hans-Jörg Jenewein am Mittwoch in nichts nach. Er ließ sich jedoch nicht wie Strache von den Medien, sondern vom politischen Mitbewerber aufs Glatteis führen.

"Überregulierung und Selbstzensur"

Wiens SPÖ-Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler hatte per Aussendung eine Selbstbeschränkung und Einführung von Social-Media-Kernzeiten für Parteien gefordert. Jeneweins Absage ließ nicht lange auf sich warten: Die Forderung werde von der FPÖ als Überregulierung und Selbstzensur betrachtet und daher abgelehnt.

"Wir werden unseren Mandataren und Mitarbeitern sicherlich nicht vorschreiben, wann sie was zu tun haben", ließ Jenewein wissen. "Nichts liegt mir ferner, als einem frei gewählten Mandatar vorschreiben zu wollen, wann er und ob er soziale Medien für seine Außendarstellung benutzt." Das wäre eine völlig überzogene Reglementierung, und dafür, so Jenewein, sei die FPÖ nicht zu haben.

Niedermühlbichler: Achtstundentag einhalten

"Twitter, Facebook und Co sind aus dem politischen Alltag nicht mehr wegzudenken. Dennoch sollte durch deren Verwendung die arbeitsrechtliche Errungenschaft des Achtstundentages nicht infrage gestellt werden", hatte es zuvor in der SPÖ-Aussendung geheißen.

Die Wiener SPÖ führe daher Kernzeiten für Social Media ein: "Die Wiener Landespartei und ihre MandatarInnen sind ab sofort nur mehr wochentags von 8 bis 17 Uhr in den sozialen Medien erreichbar." Man fordere die politischen Mitbewerber auf, es der SPÖ gleichzutun und ebenfalls Ruhezeiten einzuhalten. Bei der SPÖ Wien freut man sich über den "gelungenen Aprilscherz". (smo, derStandard.at, 1.4.2015)

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