Nuss-Affäre im Flieger geht weiter

1. April 2015, 14:19
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Die Tochter des Korean-Airlines-Chefs beruft gegen ihre einjährige Haftstrafe. Sie hatte einen Wutausbruch im Flieger

Seoul - Die "Nuss-Affäre" um die Tochter des Chefs der Fluggesellschaft Korean Airlines (KAL) beschäftigt weiter die Justiz in Südkorea: Vor einem Gericht in Seoul begann am Mittwoch der Berufungsprozess gegen die zu einem Jahr Haft verurteilte Cho Hyun-Ah. Ihre Anwälte beantragten, den Vorwurf der Verletzung der Sicherheitsvorschriften fallenzulassen, die Staatsanwaltschaft forderte eine längere Haft.

Chos Wutausbruch über falsch servierte Macadamia-Nüsse im Flugzeug hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Ein Gericht in Seoul befand sie deswegen im Februar des Verstoßes gegen die Sicherheitsvorschriften schuldig und verurteilte sie zu einem Jahr Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre Haft gefordert.

Weil die Nüsse in der ersten Klasse statt wie vorgeschrieben in einer Schale in einem Sackerl serviert wurden, hatte die 40-Jährige Anfang Dezember den Chefstewart zu sich zitiert, beschimpft und des Flugzeugs verwiesen. Die in New York schon zur Startbahn rollende Maschine musste zum Terminal zurückkehren und startete deshalb mit Verspätung.

Nach Auffassung des Gerichts befand sich die Maschine bereits "im Flug". Dies wurde von Chos Anwalt Yoo Seung Nam am Mittwoch erneut in Frage gestellt: Die Maschine habe noch nicht einmal zum Start angesetzt, die Sicherheit sei somit zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen.

Die in einem blassgrünen Gefängnisanzug gekleidete Angeklagte entschuldigte sich erneut für ihr Verhalten. Sie bitte ihre Opfer um Verzeihung, sagte sie. Staatsanwalt Lee Jong Hyok zog die aufrichtige Reue allerdings in Zweifel. Er sagte, allein der Missbrauch ihrer Position verdiene eine höhere Strafe - die 40-Jährige war damals KAL-Vizechefin. Zudem forderte er, Cho auch wegen Strafvereitelung zu verurteilen. Ihr war ursprünglich vorgeworfen worden, Zeugen eingeschüchtert zu haben, doch wurde der Vorwurf später fallengelassen.

Der Fall hatte hohe Wellen geschlagen. Cho wurde als Symbol für eine Generation verwöhnter und arroganter Nachkommen einflussreicher familiengeführter Unternehmen gesehen, welche die südkoreanische Wirtschaft dominieren. Cho trat von ihrem Posten als KAL-Vizechefin zurück, ihr Vater Cho Yang-Ho distanzierte sich von ihrem Verhalten.

  • Nach ihrer Verurteilung am 30. Dezember 2014 war Cho Hyun-Ah medienscheu.
    foto: reuters/kim hong-ji

    Nach ihrer Verurteilung am 30. Dezember 2014 war Cho Hyun-Ah medienscheu.

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