Österreicher sparten auch 2014 wenig

1. April 2015, 12:50
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Die Sparquote ist geringfügig höher als 2013, allerdings verharrt sie trotz gestiegener Einkommen weiterhin auf niedrigem Niveau

Wien - Österreichs Haushalte haben 2014 wieder etwas mehr Geld zur Seite gelegt als im Vorjahr. Die Sparquote ist mit 7,5 Prozent im historischen Vergleich aber niedrig geblieben. Das verfügbare Einkommen stieg real leicht um 0,4 Prozent, der preisbereinigte Konsum legte um 0,2 Prozent zu und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real um 0,3 Prozent, teilte die Statistik Austria am Mittwoch mit.

Das niedrige Zinsniveau dürfte die Sparlaune der Österreicher auch im Vorjahr gedämpft haben. Niedriger als 2014 war die von der Statistik Austria errechnete Sparquote nur 2013, als die Haushalte lediglich 7,3 Prozent ihres verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante legten. Zum Vergleich: Im Jahr 1995 waren es noch 14,6 Prozent und auch zwischen 2005 und 2009 war die Sparquote zweistellig (knapp elf bis über 12 Prozent).

Zuletzt, seit 2010, haben die Österreicher fließiger gespart als der Schnitt der Haushalte im Euroraum. Im Jahr 2013 betrug Österreichs Sparquote 7,3 Prozent, jene des Euroraums 6,5 Prozent und die der gesamten EU überhaupt nur 4,7 Prozent. EU-Zahlen für 2014 kommen erst Mitte April.

Berechnung nach neuer Methode

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte stieg im Vorjahr auf 189,9 Mrd. Euro, wobei sich das Arbeitnehmerentgelt nominell um 2,5 Prozent und die Pensionen bzw. Sozialleistungen um 3,1 Prozent erhöhten. Belastend wirkten sich die gestiegenen Steuern vom Einkommen (+6,0 Prozent) und die Sozialbeiträge (+3,0 Prozent) aus.

Die Statistik Austria hat im Vorjahr begonnen, die Sparquoten nach einer neuen Methode zu berechnen. Grund war die Umstellung auf das neue europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010). Andere Institutionen kommen auf andere Sparquoten - je nach genauer Definition. Für die Statistik Austria ist die Sparquote das Verhältnis von Sparen zum verfügbaren Einkommen, inklusive Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche. (APA, 1.4.2015)

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    grafik: apa
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