Test: Teil der Ringstraße soll Begegnungszone werden

1. April 2015, 12:39
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Verkehrsstadträtin und Bezirksvorsteherin präsentierten Projekt für mehr Verkehrssicherheit und Umweltschutz

Wien - Ein Teilstück der Wiener Ringstraße zwischen Burgtheater und der U-Bahn-Station Schottenring soll versuchsweise zu einer Begegnungszone umgestaltet werden. Das verkündeten Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) und Ursula Stenzel (ÖVP), Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz.

Die ungewöhnliche grün-schwarze Koalition begründet die geplante Maßnahme mit der Hebung der Verkehrssicherheit, da an der Route mehrere Sehenswürdigkeiten liegen und immer wieder Touristen bei Unfällen verletzt werden. Zusätzlich erwartet man sich eine Verbesserung der Luftsituation, die dem Schutz der Bäume entlang des Boulevards dienen soll.

Ausweichen über Landesgerichtsstraße

Motorisierten Verkehrsteilnehmern, die die Versuchsstrecke nicht im Schritttempo passieren wollen, bleibe der Weg über die Landesgerichtsstraße, argumentierten die Politikerinnen im Hinblick auf mögliche Staus. Die Verkehrsklubs ÖAMTC und ARBÖ zeigten sich in einer ersten Reaktion dennoch skeptisch, die anderen Rathausparteien äußerten sich zunächst nicht.

Begrüßt wurde die Maßnahme dagegen vom Rektorat der Universität Wien. Es würde sich die Chance ergeben, anlässlich des 650. Geburtstags die Universität nach außen zu öffnen. Man denke beispielsweise über einen großen Schanigarten und Lehrveranstaltungen im Freien nach.

Die nötigen Umbauarbeiten des Rings - Angleichung des Straßenniveaus und einheitliche Pflasterung - sollen bis zum 1. April 2016 abgeschlossen sein, rechnet Vassilakou. Die sich auch einen Seitenhieb nicht verkneifen konnte: "Unser Plan zeigt, dass zukunftsorientierte Projekte in Wien auch ohne Beteiligung der SPÖ umgesetzt werden können." (Michael Möseneder, derStandard.at, 1.4.2015)

  • Geht es nach Maria Vassilakou und Ursula Stenzel, sollen Massen von Radfahrern auf dem Ring künftig der Normalzustand sein.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Geht es nach Maria Vassilakou und Ursula Stenzel, sollen Massen von Radfahrern auf dem Ring künftig der Normalzustand sein.

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