Eigenfett kann zur Hautregeneration dienen

1. April 2015, 12:13
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Fettstammzellen haben im Wundheilungsprozess eine wichtige Funktion, zeigt eine Schweizer Studie

Eine neue Methode der Eigenfettinjektion kann Hautschäden regenerieren. Mit der sogenannten Nanofettbehandlung bilden sich Narben, Fältchen und Dellen, Augenringe oder Rötungen der Haut zurück, wie das Universitätsspital Zürich (USZ) mitteilte.

"Es handelt sich derzeit um die einzige Methode, die die Haut soweit regeneriert, dass zuvor sichtbare Schäden deutlich unauffälliger werden oder verschwinden", sagte die Chirurgin Nicole Lindenblatt vom USZ, das die Methode als einer der ersten Anbieter in der Schweiz einsetzt, in der Mitteilung.

Etabliert in der Plastischen Chirurgie

Klassische Eigenfettinjektionen mit Mikrofett werden in der plastischen Chirurgie seit Jahren angewendet. Dabei saugt der Chirurg Fettzellen zum Beispiel von Hüften oder Oberschenkeln ab und spritzt sie in andere Körperpartien. So lässt sich das Volumen etwa von Lippen, Brüsten oder hageren Gesichtspartien vergrößern.

Als Nebeneffekt beobachteten die Ärzte, dass sich auch die Hautqualität der Patienten verbesserte. Plastische Chirurgen aus Belgien haben daraus die Nanofettbehandlung entwickelt, um diese Wirkung gezielt herbeizuführen. Dabei wird das abgesaugte Fettgewebe zuerst flüssig gemacht und dann filtriert.

Dies zerstört die eigentlichen Fettzellen, die Flüssigkeit enthält jedoch viele regenerationsfähige Fettstammzellen und wachstumsfördernde Moleküle. Das Nanofett wird unter Lokalanästhesie oder auf Wunsch Vollnarkose mit kleinen Nadeln in die Haut oder Narben appliziert. Die Behandlung dauert rund eine Stunde.

Verbessertes Hautbild

Je nachdem sind eine oder zwei Sitzungen nötig. Die Therapie hat keinen Volumeneffekt, sondern regeneriert Schäden an der Haut. Nach drei Monaten tritt die Wirkung ein: Narben werden weicher und weniger gut sichtbar, und auch Dellen und Dehnungsstreifen, Augenringe, Rötungen und Fältchen der Haut bilden sich zurück.

Das Team am USZ setzt die Methode hauptsächlich bei Patienten ein, die nach Unfällen, Operationen, Bestrahlung oder Verbrennungen mit Narben leben müssen. Lindenblatt behandelte am USZ bisher rund 60 Patienten. Nicht alle würden aber gleich auf die Therapie ansprechen, erklärte sie.

Um den Mechanismen der Hautverbesserung nachzugehen, soll noch in diesem Jahr eine klinische Studie zur Methode beginnen. Dabei werden auch unerwünschte Langzeitwirkungen abgeklärt. Derzeit weise aber nichts auf ein erhöhtes Krebsrisiko durch die Injektion teilungsfähiger Zellen oder auf andere Beschwerden hin, betonte Lindenblatt. Die Patienten würden auf der Grundlage der aktuellsten Forschungsresultate über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt. (APA, derStandard.at, 1.4.2015)

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