ÖFB-Rotation und Remis gegen Bosnien

31. März 2015, 22:51
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Sydney-Legionär Marc Janko brachte Österreich mit seinem 20. Tor im Nationalteam in Führung, Bremens Legionär Izet Hajrovic glich für Bosnien-Herzegowina aus. Der Test am Dienstag in Wien endete also 1:1, Teamchef Marcel Koller wechselte ordentlich durch

Wien – Länderspiele der österreichischen Fußballnationalmannschaft sind ein Renner. Das Happel-Stadion war am Dienstagabend ausverkauft, 48.500 Menschen gaben sich trotz Sauwetters das Spiel gegen Bosnien-Herzegowina. Dabei ist es um keine Punkte gegangen, es war nur ein Test in Freundschaft, um einige oder auch keine Erkenntnisse zu gewinnen – Endstand 1:1.

Vier Änderungen in der Startformation

Marcel Koller, der prinzipiell auf Bewährtes setzt, hat mit der Aufstellung überrascht, fast verblüfft, im Vergleich zum nahezu fulminanten 5:0 anlässlich der EM-Qualifikation in Liechtenstein die Startformation gleich an vier Positionen verändert. Das Tor bewachte Ramazan Özcan statt Robert Almer, Kapitän Christian Fuchs wurde links in der Viererkette durch Markus Suttner ersetzt, Marc Janko erbte die Schleife. Kevin Wimmer rutschte neben Aleksandar Dragovic in die Innenverteidigung, Martin Hinteregger hatte Pause. Marcel Sabitzer wurde rechts in der Offensive Martin Harnik vorgezogen. Sich selbst hat Koller natürlich nicht getauscht, er war Teamchef, Thomas Janeschitz blieb Assistent und Klaus Lindenberger Tormanncoach. Der Schweizer begründete das Wechselspiel so: "Es ist ein Test, andere können sich präsentieren."

Bosnien-Herzegowina ist die Nummer 30 in der Weltrangliste, liegt sieben Plätze hinter Österreich, also auf Augenhöhe. Da unmittelbar vor Anpfiff Wolken über dem Happel-Stadion gebrochen sind, war der Rasen rutschig, es ging auch darum, die Balance zu halten. Die Heimischen kontrollierten die Partie, große Gefahr vermochten sie freilich nicht zu erzeugen. Der österreichische Fan ist mittlerweile verwöhnt, die Erwartungshaltung steigt und steigt, die Mannschaft ist mit ihren Leistungen selbst schuld. Einige, mit Tempo vorgetragene Kombinationen waren schön anzuschauen, beteiligt waren die üblichen Verdächtigen, also Zlatko Junuzovic, David Alaba und Marko Arnautovic. Julian Baumgartlinger fraß traditionell die Kilometer.

Stoßstürmer Janko beschäftigte die bosnische Abwehr, er war bei jedem Kopfballduell Erster. Die Bosnier wurden kaum gefährlich, Dragovic isolierte Superstar Edin Dzeko. 34. Minute: Baumgartlinger gewinnt einen Zweikampf, schickt Janko, der schießt mit dem Spitz aus circa 14 Metern zum 1:0 ein. Es war für ihn der 20. Treffer im 45. Länderspiel. Sollte der Sydney-Legionär einmal Kritiker gehabt haben, mögen sie für immer und ewig schweigen.

Wenige Höhepunkte im Halbzeit zwei

Janko und Alaba, beide angeschlagen, kamen nicht mehr zur zweiten Hälfte aufs Feld. Die 48. Spielminute, Bosnien-Herzegowina gleicht aus: Izet Hajrovic, Legionär von Bremen, zieht knapp außerhalb des Strafraums ab, Dragovic fälscht den Ball ab, Özcan ist chancenlos. 15.000 bosnische Fans jubelten. Arnautovic, Junuzovic und Baumgartlinger wurden ebenfalls ausgetauscht, Harnik kam zu seinem 50. Einsatz. Passiert ist, abgesehen von einigen Fouls, einem Gerangel und einer guten bosnischen Chance, die Dzeko knapp vergab, nur mehr wenig.

Für Junuzovic, der bosnische Wurzeln hat, war es "schon etwas Besonderes. Mit dem Remis können wir gut leben. Nach der Pause ist die Müdigkeit gekommen". Der nächste Einsatz ist weit bedeutender, am 14. Juni steigt in Moskau die EM-Qualifikation gegen Russland. Die Vorbereitung wird ausführlich sein, das Team ist zwei Wochen beisammen. (Christian Hackl, DER STANDARD, 1.4. 2015)

Freundschaftliches Länderspiel, Dienstag

Österreich - Bosnien-Herzegowina 1:1 (1:0)
Wien, Ernst-Happel-Stadion, 48.500 Zuschauer (ausverkauft), SR Kovarik (CZE)

Torfolge:
1:0 (34.) Janko
1:1 (48.) Hajrovic

Österreich: Özcan - Klein, Dragovic, Wimmer, Suttner - Baumgartlinger (62. Prödl), Alaba (46. Ilsanker) - Sabitzer (89. Weimann), Junuzovic (79. Hinterseer), Arnautovic (62. Harnik) - Janko (46. Djuricin)

Bosnien-Herzegowina: Begovic - Mujdta, Bicakcic, Spahic (46. Sunjic), Zukanovic - Hadzic (79. Prcic), Medunjanin (55. Stilic) - Vrsajevic (69. Ibisevic), Pjanic (46. Besic), Hajrovic (82. Susic) - Dzeko

Gelbe Karten: Sabitzer, Dragovic bzw. Spahic, Besic, Dzeko

  • Edin Dzeko (oben), Stürmerstar von Manchester City, und Aleksandar Dragovic von Dynamo Kiew lieferten sich am Dienstagabend im Wiener Prater ein sehenswertes Duell. Zumeist hatte Österreichs Verteidiger seinen Gegner im Griff, erst nach der Pause kam Dzeko besser ins Spiel, er vergab aber seine eine gute Chance.
    foto: epa/helmut fohringer

    Edin Dzeko (oben), Stürmerstar von Manchester City, und Aleksandar Dragovic von Dynamo Kiew lieferten sich am Dienstagabend im Wiener Prater ein sehenswertes Duell. Zumeist hatte Österreichs Verteidiger seinen Gegner im Griff, erst nach der Pause kam Dzeko besser ins Spiel, er vergab aber seine eine gute Chance.

  • An Einsatz mangelte es nicht, an spielerischen Szenen allemal.
    foto: reuters/heinz-peter bader

    An Einsatz mangelte es nicht, an spielerischen Szenen allemal.

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