Kompost 3: Trashige Vintage-Soundwelten

1. April 2015, 10:19
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Die im Dunstkreis der JazzWerkstatt Wien gegründete Band tritt in Kufstein, Göfis und Wien auf

Vom Cover des 2010 veröffentlichten CD-Debüts blickte ein braunes Plastilin-Müllmonster. Kompost 3 las man auf dem sich wurmartig kringelnden Schriftzug. Und was die Optik so appetitlich versprach, das wird musikalisch bis heute genussvoll eingelöst. Trompeter Martin Eberle, Keyboarder Benny Omerzell, Bassist Manu Mayr und Drummer Lukas König wühlen unter obigem Bandnamen mit Hingabe im humusreichen Gatsch der Jazzgeschichte, recyceln scheppernde Funk-Grooves, lassen die Hammond-Orgel in räudigem Vintage-Sound heulen, während die Trompete inbrünstige Kantilenen anstimmt.

Aktuell gilt Kompost 3, 2009 im Dunstkreis der JazzWerkstatt Wien gegründet, als Band der Stunde in der österreichischen Jazzszene: Das Quartett konnte 2014 in Bremen und Wien (Bawag PSK-Next Generation Award) erste Preise bei Bandwettbewerben erringen, was die Veröffentlichung der dritten CD beschleunigte. Ballads for Melancholy Robots (Laub Records) bestätigt die hochgesteckten Erwartungen eindrucksvoll. In frei improvisierten Sessions entwickelt, formen Martin Eberle, Benny Omerzell, Manu Mayr und Lukas König aus trashi- gen Klangressourcen detailgenau durchstrukturierte, gleichsam orchestrale Soundscapes, in denen Soli nur mehr eine untergeordnete Rolle spielen. Stücke wie Whatever Happened in Roswell, Wunderkammer oder das elfminütige Biogenesis ziehen die Hörerschaft in überraschungsreiche sonische Welten hinein, die staunen lassen. (felb, DER STANDARD, 1.4.2015)

  • 2.4. Kufstein, Kulturfabrik
  • 4.4. Göfis, Gemeindekeller
  • 7.4. Wien, Konzerthaus

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