Jeunesse: Musikpionier mit Sorgen

31. März 2015, 17:20
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Subventionslage ist laut der scheidenden Chefin Angelika Möser nicht mehr akzeptabel

Wien - Angelika Möser wird Chefin des Arnold-Schönberg-Centers; sie hat ihre Position als Leiterin der Jeunesse an Alexander Moore abgegeben. Zum Abschied hat Möser jedoch noch ein paar alarmierende Worte parat, die um Förderfragen kreisen: "Die Subventionslage ist in dieser Form nicht mehr akzeptabel", so die 49-Jährige. Das Budget in der Höhe von 3,8 Millionen Euro trage man zu 70 Prozent selbst, die restlichen 30 Prozent entfallen auf Subventionsgeber und Sponsoren.

Die Mittel der öffentlichen Hand seien allerdings seit 15 Jahren nicht valorisiert worden, was einem realen Wertverlust von 40 Prozent entspräche. Solches ließe sich eine Zeitlang kompensieren, "seit zwei, drei Jahren ist allerdings ein Punkt erreicht, an dem es an die Substanz geht".

Die Jeunesse richtet schließlich jährlich rund 600 Konzerte aus, von denen die Hälfte in Wien stattfindet. Mit 200.000 Besuchern im Jahr leiste man dabei eine Basisarbeit, der nicht zuletzt mitzuverdanken sei, dass es in Wien immer noch ein großes Publikum für die Klassik gebe, so Möser.

Für die kommende Saison 2015/16 sind 33 Konzertreihen in Wien geplant, davon zwei neue: Im Schwarzberg (ehemals Ost Klub) wird der Zyklus kammer.ton geboten, "Einsteigen bitte!" meint eine Klassik- und Hollywoodhit-Schiene für die Familie. Bei 300 Konzerten setzt man dezidiert auf Kinderprogramm - von Erdkobold Erni bis zur Performance Im um drumherum. (tos, APA, DER STANDARD, 1.4.2015)

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