Eyjafjallajökull: Vom Flugverkehrschaos zur Touristenattraktion

2. April 2015, 13:22
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Seit dem Vulkanausbruch vor fünf Jahren zieht es immer mehr Touristen nach Island

Fünf Jahre sind seit dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull vergangen. Im März 2010 begann er Lava zu spucken - mit bis dahin noch nie dagewesenen Auswirkungen auf den europäischen Flugverkehr. Viele Flughäfen mussten aufgrund der ausgetretenen Vulkanasche gesperrt werden oder stellten ihren Betrieb teilweise ein.

foto: ap photo/brynjar gauti

Laut Eurocontrol fielen alleine am 15. April 2010 ein Viertel der Flugverbindungen aus: Bis zu 100.000 Flüge mussten in der Zeit gestrichen werden, wodurch ein großer Schaden für die Luftfahrtunternehmen entstand. Umsätze zwischen geschätzten 1,5 Milliarden und 2,5 Milliarden Euro gingen verloren. Noch bis in den Mai hinein sollte die Aschewolke immer wieder für Störungen im europäischen Luftverkehr sorgen.

Dafür verzeichneten vor allem in Nord- und Mitteleuropa Bahnunternehmen, der Schiffsverkehr und Autovermieter Rekordumsätze. Auch auf die landwirtschaftlichen Betriebe in der Region um den Vulkan und auf den Tourismus in Island hatte der Ausbruch deutliche Auswirkungen.

Der Vulkan als Attraktion

Ólafur Eggertsson ist Landwirt und betreibt mit seiner Frau Gudny Valberg einen kleinen Bauernhof Thorvaldseyri im Schatten des Vulkans an der Südseite. Während der Eruptionen musste die Familie den Bauernhof immer wieder verlassen. "Der Staub war eine ständige Bedrohung," erzählt Valberg. Dreimal musste die Familie die Farm während der Eruption verlassen, die Koffer standen immer gepackt an der Tür.

foto: reuters/lucas jackson

Touristen dagegen strömten hin zu dem Vulkan, um das Naturschauspiel zu knipsen. Viele Neugierige klingelten bei Eggertsson an. Das war mit ein Grund, warum sich die beiden entschlossen ein kleines Museum zu eröffnen, das die Geschichte des Eyjafjallajökull erzählt. Allein im Jahr 2014 kamen 74.000 Besucher. Viele davon aus dem Ausland, aber auch Schulgruppen und Gäste aus Island besuchten das Museum. Als Andenken gibt es auch Asche des Vulkans in kleinen Gläsern zu kaufen. (dpa, jw, derStandard.at, 1.4.2015)

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