Berlin: Kunstobjekt für Flüchtlinge abgebrannt

31. März 2015, 13:42
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"Haus der 28 Türen" vollständig zerstört – Polizei ermittelt wegen Brandstiftung

In der Nacht auf Dienstag ist in Berlin das "Haus der 28 Türen" abgebrannt. Das Kunstobjekt zur Flüchtlingsthematik auf dem Oranienplatz im Stadtteil Kreuzberg wurde vollkommen zerstört. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung und nahm am Tatort einen 25-jährigen Mann fest, der nach einer Gegenüberstellung mit Zeugen aber wieder freigelassen wurde.

Bis zum Sommer des vergangenen Jahres demonstrierten Flüchtlinge und Sympathisanten etwa eineinhalb Jahre lang auf dem Oranienplatz gegen die Asylpolitik der EU. Die Reaktionen auf dieses Protestcamp waren gemischt, unter anderem gab es hitzige Diskussionen zwischen Demonstranten und Passanten, die auch einmal in tätlichen Auseinandersetzungen endeten.

Im Sommer wurde das Protestcamp nach langen Gesprächen aufgelöst, die Demonstranten konnten aber erreichen, dass sie zumindest ein Veranstaltungszelt auf dem Oranienplatz aufstellen dürfen. Dieses wurde im Juni von Unbekannten angezündet.

Im August wurde in Abstimmung mit den lokalen Behörden das Mahnmal "Haus der 28 Türen" aufgestellt. Die Türen sollen die EU-Mitglieder symbolisieren, die nach Angaben der Künstlergruppe "Bewegung Nurr" ihre Außengrenzen gegen Flüchtlinge abriegeln. Etwas mehr als ein halbes Jahr später sind davon nur noch verkohlte Stahlträger übrig.

Die Polizei ermittelt nun wegen Brandstiftung. Die Exekutive schließt zudem nicht aus, dass der Polizeiliche Staatsschutz eingeschaltet wird, da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann. (red, derStandard.at, 31.3.2015)

  • Das abgebrannte "Haus der 28 Türen".
    dpa/gambarini

    Das abgebrannte "Haus der 28 Türen".

  • Ein am Tatort festgenommener Mann wurde mittlerweile wieder freigelassen.
    dpa/gambarini

    Ein am Tatort festgenommener Mann wurde mittlerweile wieder freigelassen.

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