Heftige Kritik an rascher Begutachtung gegen Geld - Bürgerwissenschafter helfen bei Waldkartierung

30. März 2015, 18:22
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Heftige Kritik an rascher Begutachtung gegen Geld

London - Peer-Review, die Fachbegutachtung durch Kollegen, gilt immer noch als Königsweg zur Sicherung wissenschaftlicher Qualität. Forscher, die beim Fachblatt "Scientific Reports" der "Nature"-Gruppe einreichen, können das Verfahren beschleunigen, wenn sie 750 US-Dollar zahlen. Dann wird eine Begutachtung innerhalb von drei Wochen garantiert. Hundert Dollar gehen quasi als Servicepauschale an die schnellen Begutachter.

Doch "Nature" hat die Rechnung ohne Mark Maslin gemacht, einen Biogeografen am University College in London. Er protestierte in einem Tweet und einem offenen Brief gegen die neue Praxis, verließ das Journal - und hat damit prompt eine Debatte über Zweiklassen-Begutachtung ausgelöst. (tasch)

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Science News: "Editor quits journal over pay-for-expedited peer-review offer"

Bürgerwissenschafter helfen bei Waldkartierung

Laxenburg - Es gibt viele Karten, die mit Hilfe von Satelliten auch die Ausdehnung der Wälder abbilden. Doch diese Karten sind ungenau. Das haben nun Forscher um Dmitri Schepaschenko vom IIASA in Laxenburg gemeinsam mit Bürgerwissenschaftern - auf Englisch: citizen scientists - geändert: Die unter Einbindung dieser lokalen Experten entstandenen Karten übertreffen alle bisherigen eindeutig an Genauigkeit, schreiben die Forscher im Fachblatt "Remote Sensing of the Environment". (red, DER STANDARD, 31. 3. 2015)

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