Geld fördert die Gehirnentwicklung

30. März 2015, 17:02
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US-Studie sieht großen Einfluss des sozialen Umfelds vor allem auf die Frühentwicklung des Gehirns

Paris - Das soziale Umfeld, in dem ein Kind aufwächst, beeinflusst dessen Gehirnentwicklung - und dazu gehört nicht nur, aber auch das zur Verfügung stehende Geld: Kinder von wohlhabenden und gut ausgebildeten Eltern haben größere Gehirne und schneiden bei Intelligenztests besser ab als Gleichaltrige aus weniger bevorzugten Schichten. Zu diesem Resümee kommen Forscher der University of Southern California in einer in "Nature Neuroscience" veröffentlichten Studie.

Für die Untersuchung - den Autoren zufolge die bisher umfangreichste dieser Art - wurde die geistige Entwicklung von 1.099 Mädchen und Buben zwischen drei und 20 Jahren analysiert, die aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten kommen. Die Forscher verglichen das Einkommen und die Ausbildung der Eltern und maßen mit Scannern die Hirnoberfläche der untersuchten Kinder und Jugendlichen. Sie verglichen zudem deren Ergebnisse bei kognitiven Tests. Dabei berücksichtigten sie auch andere Faktoren, die eine Auswirkung auf das Wachstum des Hirns haben können, etwa das Erbmaterial.

Der Ungleichheit lässt sich entgegenwirken

Die Studie zeigt den Autoren zufolge, dass das soziale Umfeld einen großen Einfluss auf die Frühentwicklung des Gehirns hat. Besonders große Unterschiede wurden demnach in den Zonen des Gehirns festgestellt, die für das Sprechen und Lesen, das Gedächtnis, die Entschlussfähigkeit und das räumliche Vorstellungsvermögen ausschlaggebend sind.

Der soziale Einfluss sei "bedeutsam für die Art und Weise, wie das Gehirn der Kinder arbeitet", sagte die Mitautorin der Studie, Elizabeth Sowell. Die Untersuchung habe einen Zusammenhang zwischen dem Einkommen der Eltern und den kognitiven Fähigkeiten der Kinder aufgezeigt. Besonders deutlich seien die Unterschiede im unteren Bereich der Skala - also bei Jahreseinkommen zwischen umgerechnet 28.000 und knapp 46.000 Euro.

Die Entwicklung könne aber korrigiert werden, heißt es in der Studie weiter. Bereits kleine Verbesserungen, beispielsweise regelmäßiges Schulessen, könnten einen Unterschied machen. "Veränderungen in der Umwelt - etwa beim Einkommen der Familien oder Unterstützung bei der Ernährung oder Ausbildung - können die Entwicklung des Gehirns beeinflussen", betonte Sowell. Dies gelte für Kinder und Jugendliche, aber auch für junge Erwachsene. (APA/red, derStandard.at, 30.3. 2015)

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