Ältestes ägyptisches Museum Europas öffnet wieder

30. März 2015, 16:35
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Das Turiner "Museo Egizio" wurde einer fünfjährigen Kompletterneurung unterzogen

Turin - Rechtzeitig für die am 1. Mai beginnende Weltexpo in Mailand wird am Dienstag das Ägyptische Museum in Turin wieder geöffnet, das in den letzten Jahren einer umfassenden Renovierung unterzogen wurde. Es ist nicht nur das älteste ägyptische Museum Europas, sondern neben dem Museum in Kairo weltweit auch das einzige, das sich ausschließlich der ägyptischen Kultur widmet.

In den vergangenen fünf Jahren wurde das "Museo Egizio" komplett erneuert und in ein modernes zeitgenössisches Museum umgewandelt. Dabei hat sich die Ausstellungsfläche von 6.500 auf 12.000 Quadratmeter fast verdoppelt. Die Sammlung des Museums umfasst beinahe 30.000 Objekte, von denen aber nur etwa ein Zehntel in den Ausstellungsräumen besichtigt werden kann.

"Geburtsort der Ägyptologie"

Das Turiner Museum, das große Forscher wie den Franzosen Jean-François Champollion (1790-1832), den Übersetzer des berühmten Steins von Rosette, in seinen Bann zog, beherbergt Ankäufe aus vier Jahrhunderten und die Funde einer italienischen Ausgrabungsexpedition zwischen 1900 und 1935, wovon, wie damals üblich, ein Teil in die Heimat geschickt wurde. Wegen der Bedeutung der Sammlung und der dort angestellten Forschungen wird Turin als Geburtsort der Ägyptologie bezeichnet. Champollion sagte über die Bedeutung des Museums, dass "die Straße nach Memphis und Theben über Turin führt".

Gegründet wurde das Museum im Jahr 1824. Es vereinte zwei Sammlungen, jene des Ägyptologen Vitaliano Donati und das Antiquitätenrepertoire der italienischen Königsfamilie Savoyen. Wenige Jahre zuvor, gleich nach den ägyptischen Expeditionen Napoleons, hatte der aus Piemont stammende Bernardino Drovetti, Generalkonsul während der französischen Besetzung Ägyptens, über 8000 Fundstücke angesammelt: Sarkophage, Mumien, Papyrusrollen, Schmuck und Statuen. Der erste Direktor des Museums, Ernesto Schiaparelli, machte neue Ankäufe und nach weiteren Ausgrabungsexpeditionen unter seiner Leitung, brachte es die Sammlung auf 30.000 Exponate aus Kunst und Alltag. (APA, derStandard.at, 30.3. 2015)

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