Zukunftsidee: Passagiere wechseln in der Luft von Flugzeug zu Flugzeug

Video5. April 2015, 17:39
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Zürcher Forscher arbeiten an "Cruiser-Feeder"-Konzept für den Luftverkehr der Zukunft

Winterthur - Ein riesiges Passagierflugzeug, das ohne Zwischenlandung mehrmals die Welt umrundet, den benötigten Treibstoff dabei von kleineren Flugzeugen während des Flugs erhält und nicht nur Gepäck und Abfälle, sondern sogar Passagiere mit einem anderen Flugzeug austauscht: Das wäre der langfristige End- und Höhepunkt von Ideen für den Luftverkehr der Zukunft, die an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) gewälzt werden.

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Im Rahmen des Projekts RECREATE (REsearch on a CRuiser Enabled Air Transport Environment) werden aber zunächst kleinere Brötchen gebacken: Erst einmal geht es umverringerten Treibstoffverbrauch durch ein neues Konzept. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen neun europäischen Universitäten und Forschungseinrichtungen aus fünf Ländern unter der Leitung des Nationalen Luft- und Raumfahrtlabors der Niederlande.

Luftbetankung im zivilen Flugverkehr

Das internationale Forschungsteam hat während drei Jahren ein sogenanntes "Cruiser-Feeder"-Konzept für den Luftverkehr untersucht. Dieses sieht vor, dass Langstreckenflugzeuge mit einem gering gefüllten Tank und somit erheblich geringerem Gewicht starten und erst auf der Reiseflughöhe vollgetankt werden. Dabei sollen Tankflugzeuge zum Einsatz kommen.

"Damit die Tankflugzeuge den eingesparten CO2-Ausstoss nicht aufheben, würden sie Kerosin für drei bis fünf Linienflugzeuge mitführen und lokal kreisen", wird ZHAW-Forscher Leonardo Manfriani zitiert.

Diese fliegenden Tankstellen sollten einerseits weit genug von Siedlungen entfernt sein, andererseits direkt an den wichtigen Flugstrecken liegen. Dafür wäre bei Transatlantikflügen beispielsweise der Atlantik östlich von Kanada und südlich von Grönland günstig. Den Berechnungen der Forschenden zufolge ließen sich auf diese Weise insgesamt rund 20 Prozent Kerosin sparen.

Weniger Zwischenlandungen, weniger Lärm

Mit dem Tanken in der Luft lässt sich nicht nur Kerosin einsparen, sondern auch zusätzlicher Komfort für die Reisenden schaffen: Flüge rund um die Welt wären sogar für kleinere Flugzeuge ohne Zwischenlandungen möglich. Dies wiederum würde die Knotenpunkte des interkontinentalen Luftverkehrs entlasten.

Ein weiterer positiver Aspekt wären geringere Lärmemissionen an Flughäfen. "Je größer und schwerer das Flugzeug, desto lauter ist die Geräuschentwicklung beim Start", sagt Manfriani. Anrainer in Flughafennähe würden also ebenfalls von der Luftbetankung profitieren. Diese ist technisch durchaus machbar, wie sich in einer ersten Phase der Studie zeigte.

Für eine zweite Projektphase schwebt den Forschenden dann das eingangs beschriebene Riesenflugzeug inklusive Fährverkehr vor: in den Worten der Projektbetreiber eine "Metro der Lüfte". (APA/red, derStandard.at, 5.4. 2015)

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