Ausgezeichnet: Die besten Radprojekte Wiens

Ansichtssache31. März 2015, 17:35
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User und Jury haben über die "Goldene Speiche 2014" und damit über die besten Projekte für Radfahrer in Wien abgestimmt

Wo ist die überzeugendste Radverkehrsverbesserung Wiens des Jahres 2014? Die Radlobby Wien (IGF & ARGUS) hat nun schon zum zweiten Mal die besten Wiener Radverkehrsmaßnahmen aus dem vergangenen Jahr per Online-Voting und Fachjury-Sitzung gesucht. Als Preis dafür geht die "Goldene Speiche 2014" an die verantwortlichen Planer und Auftraggeber.

Die User haben 28 Nominierungen und 406 Stimmen abgegeben, die Jury hat getagt, der Sieger steht fest - die Preisverleihung folgt am ARGUS Bike Festival 2015 am 11. April. Die Gewinner der Goldenen Speiche 2014 sind Projekte, die maßgebliche Verbesserungen auf Hauptradrouten gebracht haben, sie breiter, direkter, übersichtlicher gemacht haben. Hier die Siegerprojekte:

foto: margit palman

Der Sieger: Die Radwegverlegung und -verbreiterung bei der U4-Station Margaretengürtel - sie überzeugte sowohl User (40 Stimmen) als auch Jury. Die frühere Radwegführung über die Margaretengürtelbrücke war ein Gustostückerl alter Wiener Radwegplanung. Radfahrer wurden mit Fußgängern auf der viel zu engen Brücke am Gehsteig geführt, mussten fünf 90-Grad-Kurven befahren und wurden mehrmals durch stark frequentierte Strecken für Fußgänger und Öffi-Fahrer geschickt. Die neue Lösung entflechtet die Strecken jener, die zwischen U-Bahn und Straßenbahn wechseln, und den Radfahrern. Für Fußgänger und Radfahrer wurde eine neue direkte Verbindung zwischen Bruno-Kreisky-Park und der Wiese zwischen Wienzeile und Gürtel. Zudem wurde der gemischte Geh- und Radweg verbreitert.

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foto: susi

Platz zwei: Der Radweg beim Franz-Josefs-Kai. Parallel zur Langstreckenverbindung Donaukanal wurde hier am Schottenring ein Zweirichtungsradweg anstelle eines Kfz-Parkstreifens angelegt.

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foto: margit palman

Auf dem dritten Platz landete der Ausbau des Radwegs am Währinger Gürtel: Anstatt an der Kreuzung Schulgasse zwei enge 90-Grad-Kurven durch Fußgänger und Taxis zu fahren, geht es jetzt fast geradeaus. Auch der Engpass beim "Häuserl" wurde beseitigt.

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foto: andrzej felczak

Kommentar Roland: "Ich kann nur sagen: Was vorher Harakiri war, ist jetzt eine Autobahn!" Wenn man von oben kommt, geht es jetzt schön dahin (keine Taxler mehr), und man kommt locker über die gesamte Kreuzung (drei Querungen) in einer Grünphase, heißt es.

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foto: margit palman/andrzej felczak

Platz vier ging an die Mariahilfer Straße neu. "Die ehemalige Stauzone wurde (fast) autofrei und auch angenehm für Fußgänger", heißt es im Nominierungstext. Obwohl die Funktion als frühere, halbwegs flotte radiale Verbindung Ring-Gürtel verloren ging, überzeugt die neue Begegnungszone. Die Jury wünscht sich aber die Errichtung neuer, schneller Alternativrouten.

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foto: margit palman/andrzej felczak

"Die Mahü Neu ist bahnbrechend und ein Vorzeigeprojekt - für Wien und Österreich. Dank der positiven Abstimmung ein Bekenntnis der Stadt zur Verkehrsberuhigung und einem Miteinander von Fußgängern und Radfahrenden", schreibt Michael.

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foto: margit palman/andrzej felczak

Platz fünf geht an die Kreuzung Operngasse/Karlsplatz. "Einer der meistbefahrenen Radwege Wiens macht bei der Querung Friedrichstrasse einen Schlenker und genau da steht monolithisch ein Strom-/Schaltkasten. Jahrelang. Unverrückbar. Wie um RadfahrerInnen aus ihren individualmobilisierten Träumen in die harte Realität der praktizierten Bürokratie zu reißen. 2015 wurde er endlich beseitigt. Ein Hoffnungsstrahl dafür, dass nicht alles wohl Einzementierte unverrückbar ist. Es geht aufwärts!", schreibt Robert.

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foto: margit palman/andrzej felczak

Auf Platz sechs landete im Uservoting eine Radmaßnahme, die auch noch Erwähnung verdient: Die Cityquerung Stubenbastei. Die Ermöglichung von Radeln gegen die Einbahn in der Stubenbastei sowie die Öffnung mehrer kurzer Fuzo-Stücke hat eine 1,8 Kilometer lange Parallelroute zum Ring ermöglicht, die von der Urania zur Operngasse gut nutzbar ist. Sie hat fünf Ampeln weniger als am Ring und ist eine Entlastung des überlasteten Ringradweges. (red, derStandard.at, 31.3.2015)

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