Kinder-Rehabilitation: Elterninitiative macht Druck

30. März 2015, 12:53
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Länder sehen Sozialversicherung gefordert - MacDonald: Im Zeitplan

Wien - Der Ausbau der Rehabilitation für schwerkranke Kinder geht der "Initiative Kinderreha" zu langsam. Neun Monate nach der Finanzierungszusage hätten Sozialversicherung und Bundesländer noch immer keine Einigung in der Standortfrage erzielt, kritisierte Obmann Markus Wieser am Montag. Bei den Ländern verweist man auf den Hauptverband der Sozialversicherungsträger, dort sieht man sich im Zeitplan.

Wieser - er ist auch Präsident der NÖ Arbeiterkammer - bemängelte im Ö1-"Morgenjournal" und via Aussendung, dass auf dem Rücken der Kinder politisches Kleingeld gewechselt werde. Die Bundesländer streiten seiner Ansicht nach darüber, wo die regionalen Zentren errichtet werden. Dabei sei im Vorjahr versprochen worden, die Standortfrage für die vier Versorgungsregionen bis Frühjahr 2015 zu finalisieren.

Den Vorsitz in der Landeshauptleute-Konferenz hat derzeit Niederösterreich inne. Im Büro von Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (ÖVP) will man sich aber nicht die Verantwortung zuschieben lassen. Diese liege beim Hauptverband der Sozialversicherungsträger, hieß es in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Dieser habe die Vorverhandlungen mit potenziellen Betreibern bereits begonnen. Bis Ende 2015 sollen diese abgeschlossen sein.

Wichtig sei gemeinsames Vorgehen

Auch im Hauptverband sieht man das so, pocht vor allem aber auf Qualität. "Grundsätzlich sind wir mit diesem Thema im Zeitplan", betonte Hauptverbands-Vorsitzender Peter McDonald. Man habe die qualitative Vorprüfung unter den vielen Einreichern für die Zentren begonnen. In der zweiten Jahreshälfte sollen die Verträge nun so unter Dach und Fach gebracht werden, dass die Betreiber mit der Fertigstellung beginnen können.

"Oft ist gut gemeint und schnell gemacht das Gegenteil von gut gemacht", so McDonald. Wichtig sei das gemeinsame Vorgehen. Bisher habe die Kinderrehabilitation in Österreich nicht bestanden, so der Vorsitzende, dessen Tochter selbst von einer schweren Krankheit betroffen war und zur Nachbehandlung ins benachbarte Ausland ausweichen musste. Für das Drängen Wiesers habe er volles Verständnis.

Bei der Kinderrehabilitation sollen bis 2020 in vier Versorgungsregionen 343 Betten entstehen, dazu rund 50 für Angehörige. Die Finanzierung in Höhe von 33 Mio. Euro pro Jahr im Vollausbau kommt großteils von der Sozialversicherung, die Länder übernehmen eine Pauschalsumme von 8,5 Mio. Euro jährlich. Offen ist noch, ob vier oder mehr Zentren entstehen sollen. (APA, 30.3.2015)

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