Heimische Unis in Forschung gut, in Lehre weniger

30. März 2015, 12:13
18 Postings

Meist sehr gute Bewertungen in Internationalität und für Wissenstransfer

Wien - Die österreichischen Hochschulen schneiden in dem von der EU finanzierten Hochschulranking "U-Multirank" im Bereich Forschung relativ gut ab. Wie im vergangenen Jahr zeigt sich bei der Lehre auch in der aktuellen Auswertung ein negativeres Gesamtbild. Durchwegs sehr gute Bewertungen gab es für die 16 untersuchten heimischen Institutionen hinsichtlich ihrer Internationalität und im Wissenstransfer.

Durchwachsen sind die Ergebnisse vor allem im Bereich der Lehr-Indikatoren. Viele "Genügend" (in der Auswertung als "D" ausgewiesen) erhalten die Unis Linz (vier), die Uni Salzburg, die Boku und die Uni Graz (je drei). Bessere Noten gibt es hier für die teilnehmenden Fachhochschulen.

Höchstnoten für Forschung

Viele Höchstnoten gibt es im Bereich "Forschung": Je zwei "Sehr gut" ("A") erhielten hier die Grazer Unis, die Uni Innsbruck, die Boku, die Uni Wien, die TU Wien und die Medizin-Uni Wien. Keine Höchstnote gab es für die WU Wien, die Wiener Modul University, die Uni Salzburg und das IMC Krems.

Bis auf die FH Wr. Neustadt erhielten zudem alle österreichischen Hochschulen zumindest ein Mal ein "Sehr gut" im Bereich "Wissenstransfer". TU Graz hat hier sogar lauter Einser. Bei der internationalen Ausrichtung konnten praktisch alle heimischen Hochschulen punkten.

Daten über 1.208 Hoschschulen

Insgesamt wurden die Leistungen von 1.208 Hochschulen weltweit in fünf Teilbereichen verglichen: Forschung, Lehre, Wissenstransfer, internationale Orientierung und regionales Engagement. Dafür wurden 34 Indikatoren im Schulnotensystem herangezogen, es sind jedoch nicht durchgehend alle Daten für alle Universitäten vorhanden.

Aus Österreich waren die Unis Wien, Graz, Innsbruck, Salzburg und Linz, die Medizin-Unis Graz, Innsbruck und Wien sowie die beiden Technischen Universitäten (TU) Wien und Graz, die Wirtschaftsuniversität (WU) und die Universität für Bodenkultur (Boku), die private Modul University und drei Fachhochschulen (IMC Krems, Wr. Neustadt, Kärnten) mit dabei. Für alle gab es mindestens auf einem Indikator die Höchstnote, umgekehrt gab es auch schlechte Bewertungen.

Einzelwerte statt Gesamtergebnis

Mit dem unter Federführung des Center for Higher Education Policy Studies (CHEPS) in den Niederlanden und des deutschen CHE Centrum für Hochschulentwicklung konzipierten U-Multirank wollen die Initiatoren ein neues, differenzierteres Kapitel bei Hochschulrankings aufschlagen: Verglichen werden die Hochschulen dabei "multidimensional", also in den verschiedenen Leistungsbereichen: Dadurch soll man jene Aspekte vergleichen können, die am meisten interessieren.

In dem 2014 erstmals veröffentlichten "Ranking" wird daher auch kein "Gesamtwert" über einzelne Indikatoren hinweg errechnet und keine "beste Hochschule" oder die "besten 100 Hochschulen" gekürt. Die Daten stammen von den Hochschulen, aus internationalen bibliometrischen und Patentdatenbanken sowie aus Studenten-Befragungen. (APA, 30.3.2015)

Share if you care.