Neos starten Whistleblowing-Plattform

30. März 2015, 11:41
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Bürger sollen anonym brisante Informationen digital übermitteln können – Partei garantiert höchstmögliche Sicherheit und Anonymität

Wien – Die Neos starten eine Whistleblowing-Plattform im Internet, um zu brisanten Informationen zu gelangen. "NEOSleaks" garantiere über ein komplexes Verschlüsselungssystem hohe Sicherheit und Anonymität, versicherten Bundesgeschäftsführer Feri Thierry und Mandatar Niko Alm am Montag bei einer Pressekonferenz. Die Parlamentsdirektion forderten sie auf, eine ähnliche Plattform zu errichten.

"Guardian" als Vorbild

"Korruption gedeiht dort am besten, wo Intransparenz herrscht", erklärte Thierry, der auch Demokratie- und Partizipationssprecher seiner Partei ist, das Motiv der Neos, die Whistleblowing-Plattform einzurichten. Seiner Meinung nach gibt es eine solche - zumindest mit einer derart hohen Sicherheitsstufe – bisher noch nicht in Österreich. Mit der Einrichtung von "NEOSleaks" gehe man auf eine Forderung von Transparency International ein, als Vorbilder dienten ähnliche Plattformen des "Guardian" und der "Washington Post".

Vertraulichkeit durch Verschlüsselung

Laut Alm haben die Neos keine Mühen gescheut, die Sicherheitsstandards so hoch wie möglich zu gestalten: Bei der Übertragung setzt man auf das Open-Source-System Secure Drop, die Infrastruktur besteht aus zwei Servern, zwei Laptops und ebenfalls verschlüsselten USB-Sticks. Die potenziellen Informanten müssen sich zur Übertragung des Anonymisierungsnetzwerks "Tor" bedienen, um die Inhalte hochzuladen. Eine exakte Anleitung dafür gibt es auf leaks.neos.eu. Im Klub werden nach mehreren Schritten die Informationen schließlich auf ein völlig isoliertes und gesichertes Gerät übertragen, wo die Inhalte erstmals lesbar sein sollen.

Thierry: "Bedarf besteht"

Alle zwei Tage werde der Neos-Parlamentsklub die via "NEOSleaks" eingelangten Informationen abrufen, was laut Alm aufgrund der vielen Sicherheitsstufen ein aufwendiges Verfahren ist. Dennoch solle sich die Mühe lohnen: "Ich glaube, der Bedarf besteht in Österreich", verwies Thierry auf bereits über andere Wege eingelangte Informationen. Ähnliche Plattformen, wie jene der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hätten hingegen nicht die gleichen Sicherheitsstandards: "Wir sind wieder einmal Pioniere in dieser Hinsicht."

Die Neos wollen allerdings laut Thierry mit ihrer Whistleblowing-Plattform nicht alleine bleiben: "Wir fordern die Parlamentsdirektion auf, auf ihrer Website ein Portal aufzubauen." (APA, 30.3.2015)

  • Edward Snowden hat den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt, die Neos garantieren potenziellen Whistleblowern in Österreich Anonymität.
    foto: reuters/the guardian

    Edward Snowden hat den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt, die Neos garantieren potenziellen Whistleblowern in Österreich Anonymität.

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