Mehr Empathie mit einer Pille

30. März 2015, 10:53
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Das Parkinson-Medikament Tolcapon erhöht die Einfühlsamkeit und führt zu gerechterem Verhalten

Ein Mittel gegen Egoismus? Was für Mitarbeiter von selbstverliebten Chefs zu gut klingt, um wahr zu sein, dürften Forscher der University of California nun entdeckt haben. Wie sie herausfanden, verstärkt der Wirkstoff Tolcapon den Sinn für Gerechtigkeit und führt zu einem sozialeren Verhalten. Die Studie ist im Fachjournal "Current Biology" erschienen.

Faires Verhalten

Tolcapon wird bereits in der Parkinson-Therapie eingesetzt (Handelsname: Tasmar). Für ihre doppelblinde Untersuchung verabreichten die US-Forscher probeweise 35 Probanden den Wirkstoff bzw. ein Placebo und ließen sie ein Spiel spielen. Darin war ein bestimmter Geldbetrag zwischen zwischen einem selbst und einem Unbekannten aufzuteilen. Das Ergebnis: Die behandelte Gruppe verhielt sich deutlich gerechter und teilte das Geld deutlich fairer auf.

Wie schon länger bekannt ist, verlängert Tolcapon die Wirkung von Dopamin, ein Neurotransmitter, der mit Belohnung und Motivation im präfrontalen Kortex im Zusammenhang steht. Anscheinend erhöht das die Empathie. "Wir halten den Sinn für Gerechtigkeit normalerweise für eine stabile Charaktereigenschaft," so Ming Hsu, Co-Autor. der Studie. Die Studie widerlege das zwar nicht, doch sie zeige, dass die Einfühlsmakeit sich auch über die Neurochemie im Gehirn beeinflussen lässt. (fbay, derStandard.at, 30.3.2015)

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    foto: wikipedia/gemeinfrei/bubamara
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