Australien schickte Daten von Staatschefs an falsche Empfänger

30. März 2015, 10:46
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Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde "machte einen Fehler", Spitzenpolitiker wurden nicht informiert

Die australische Regierung wird momentan von einem peinlichen Datenleck heimgesucht: Im Zuge des G20-Gipfels in Brisbane, der vergangenen November stattfand, hatte ein Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde die Daten zahlreicher Spitzenpolitiker an einen falschen Empfänger übermittelt. Statt zum G20-Gipfel gelangte das E-Mail an die Veranstalter des "Asia Cups", der asiatischen Fußballmeisterschaft.

Staatschefs nicht informiert

Als der Mitarbeiter seinen Fehler erkannte, habe er sofort die Datenschutzbehörde informiert, berichtet der Guardian. Neben öffentlich bekannten Informationen wie Name und Geburtsdatum seien auch die Passnummern und Visa-Details von Staatschefs wie US-Präsident Barack Obama oder der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in die falschen Hände gelangt. Die Datenschutzbehörde beruhigte aber: Da nur wenige persönliche Daten übermittelt worden waren, müsse man die Staatschefs nicht informieren.

Peinlicher Skandal

Außerdem verließ man sich auf das mündliche Versprechen der "Asia Cup"-Organisatoren, das heikle E-Mail von sämtlichen Servern gelöscht zu haben. Weder die australische Regierung noch zuständige Behörden wollten den Medienbericht kommentieren. Der Skandal ist für Australien besonders peinlich, da die Regierung dort gerade die Vorratsdatenspeicherung eingeführt hat – und wiederholt betont hatte, für die Sicherheit der Daten sorgen zu können. (fsc, 30.3.2015)

Links:

Guardian

  • Die Passnummern von Spitzenpolitikern wie Barack Obama, David Cameron oder Angela Merkel wurden verraten
    foto: ap/hunt

    Die Passnummern von Spitzenpolitikern wie Barack Obama, David Cameron oder Angela Merkel wurden verraten

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