Oranje springen von der Schippe, Italien humpelt

28. März 2015, 23:00
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Wales und Island halten den Kurs zur ersten EM-Teilnahme - Tschechien ließ erstmals Punkte

Die Niederlande sind am Samstag einer neuerlichen Katastrophe in der Qualifikation für die EM 2016 in Frankreich nur knapp entkommen. Die Oranje eroberten beim 1:1 zuhause gegen die Türkei nach langem Rückstand (Burak Yilmaz, 37.) erst in der 92. Minute (Wesley Sneijder) einen nichts desto trotz mickrigen Punkt. Damit bleibt man vor den Türken deutlich abgeschlagen gerade noch Dritter der Gruppe A. Während Tabellenführer Tschechien erstmals Punkte liegen ließ (1:1 gegen Lettland), festigte Island mit einem in Kasachstan (3:0) den zweiten Platz und damit den Kurs auf die erste EM-Teilnahme.

Island feierte im fünften Qualifikationsspiel den vierten Sieg. Der 36-jährige isländische Rekordtorschütze Eidur Gudjohnsen (20.) mit seinem 26. Teamtreffer und Birkir Bjarnason (32., 91.) waren für das Team des schwedischen Trainers Lars Lagerbäck erfolgreich. Island liegt in der Tabelle nun einen Punkt hinter den Tschechen, die gegen Lettland erst in der 90. Minute durch Vaclav Pilar den Ausgleich schafften. Die Heimelf war nach einer völlig verunglückten Freistoßausführung samt anschließendem Gegenstoß nach einer halben Stunde in Rückstand geraten.

Kroatien bleibt vorne, Italien müht sich

In der Gruppe H lief auch Italien in Bulgarien lange einem Rückstand nach. Die Squadra Azzurra musste sich mit einem 2:2 zufrieden geben.Der gebürtige Brasilianer Eder bewahrte die "Squadra Azzurra" mit seinem Tor in der 84. Minute seines Länderspieldebüts vor einer Niederlage. Keine Blöße gab sich hingegen Kroatien. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac holte mit einem ungefährdeten 5:1-Heimsieg gegen Norwegen den vierten Dreier im fünften Gruppenspiel.

Kroatien ließ in Zagreb nach einer kurzen Aufwärmphase keine Zweifel aufkommen. Marcelo Brozovic (30.), Ivan Perisic (53.) und Ivica Olic (66.) stellten auf 3:0, ehe bei den Heimischen Vedran Corluka mit Gelb-Rot vom Feld musste. Norwegen vergab zunächst durch Tarik Elyounoussi einen Foulelfmeter (69.), nach dem Treffer der Skandinavier durch Alexander Tettey (81.) legten die dezimierten Kroaten aber noch zweimal nach.

Bei Norwegen stellte Supertalent Martin Ödegaard einen neuen Rekord auf. Mit 16 Jahren und 101 Tagen ist er nun der jüngste Profi, der bei einem EM-Qualifikationsspiel von Beginn an auf dem Spielfeld gestanden ist.

Wales bleibt unbesiegt

Auch Wales hat einen weiteren Schritt zur erstmaligen Teilnahme an einer EM-Endrunde gemacht. Das Team rund um Superstar Gareth Bale setzte sich am Samstag beim bisheri ungeschlagenen Tabellenführer Israel mit 3:0 durch und übernahm damit die Spitze in Gruppe B. Belgien (3., 5:0 gegen Zypern) und Bosnien-Herzegowina (5., 3:0 in Andorra) nahmen als ursprüngliche Gruppenfavoriten aus ihrer Sicht endlich die Verfolgung auf.

Die in der Qualifikation weiter ungeschlagenen Waliser konnten in Haifa auf ihre Stars vertrauen. Bale bereitete kurz vor dem Pausenpfiff den ersten Treffer der Gäste durch Arsenals Aaron Ramsey (45.+1) vor, ehe der Angreifer von Real Madrid kurz nach Seitenwechsel mit einem perfekt ausgeführten Freistoß (50.) selbst zuschlug. Erneut Bale setzte nach Pass von Ramsey auch den Schlusspunkt (77.).

Bei den Israeli sah Eitan Tibi für zwei Fouls an Bale innerhalb von nur drei Minuten die Gelb-Rote Karte (51.). Die Hausherren hatten bereits in der ersten Spielhälfte Stürmer Omer Damari verloren. Der nun für Leipzig spielende Ex-Austrianer musste aufgrund einer Verletzung vom Platz.

Bosnien-Herzegowina, am Dienstag Österreichs Länderspielgegner in Wien, schaffte den ersten Sieg in der Qualifikation. Im ersten Spiel unter Neo-Trainer Mehmed Bazdarevic wurde Fußball-Zwerg Andorra nach drei Treffern von Kapitän Edin Dzeko (13., 49., 62.) mit 3:0 besiegt. Flügelspieler Senad Lulic lieferte dabei dreimal die Vorarbeit. Sturms Anel Hadzic saß bei Bosnien auf der Bank.(red/APA, 28.3.2015)

EM-Qualifikation: Tabellen und Ergebnisse

  • Die Niederländer stolperten nur ganz knapp nicht komplett über die Türkei
    foto: reuters

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  • Gareth Bale und Wales sind auf einem sehr guten Kurs
    foto: reuters

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