Großdemo in Rom gegen unsichere Arbeitsplätze

28. März 2015, 15:56
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Protest gegen Arbeitsmarktreform der Regierung Renzi

Roseau/Rom - Zehntausende Menschen haben sich am Samstagnachmittag in Rom an einer vom Gewerkschaftsverband CGIL organisierten Demonstration beteiligt. Die Kundgebung richtete sich gegen die Arbeitsmarktreform der italienischen Regierung um Premier Matteo Renzi, die laut CGIL den Kündigungsschutz zu stark aufgelockert hat.

"Die Regierung Renzi hat Italiens Arbeitnehmer all ihrer Rechte beraubt", betonte der Chef der zu CGIL gehörenden Metallgewerkschaft FIOM, Maurizio Landini. Italien brauche einen Neubeginn, einen "neuen Frühling". Nur mit konkreten Initiativen für Beschäftigung und Wachstum könne das Land nach über sieben Jahren Krisen neu starten.

Schärfste Sicherheitsvorkehrungen

"Rechte, Arbeit, Demokratie" lautet der Slogan der Protestkundgebung. Die Demonstranten versammelten sich auf der zentralen Piazza della Repubblica und zogen durch die Innenstadt. Schärfste Sicherheitsvorkehrungen wurden aus Sorge vor Anschlägen ergriffen.

Während die Gewerkschaft gegen die Arbeitsmarktreform demonstrierte, feiert Premier Renzi die ersten Resultate im Kampf für mehr Beschäftigung. Dank der Steuerentlastungen seiner Regierung sei seit Jahresbeginn die Zahl der Unternehmen wachsend, die Personal mit unbefristeten Arbeitsverträgen anstellen, geht aus neu veröffentlichten Angaben des Arbeitsministeriums hervor.

Renzi: "Neustart geschafft"

"Das ist ein klares Signal, dass Italien den Neustart geschafft hat. Obwohl es noch verfrüht ist, um die lange Stagnationsphase der italienischen Wirtschaft für beendet zu erklären, kann Italien jetzt mit stärkerem Optimismus in die Zukunft blicken", sagte der Staatssekretär im Arbeitsministerium Massimo Cassano. Die von der Arbeitsmarktreform vorgesehenen Steuerentlastungen für unbefristete Arbeitsverträge seien zwar positiv, sie würden jedoch nicht genügen, um die hohe Arbeitslosigkeit infolge der langen Rezession zu bekämpfen, kommentierten dagegen Gewerkschaftsvertreter. (APA, 28.3.2015)

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