Seenkauf: Vorwürfe gegen Ex-Manager von ÖGB und Bawag

28. März 2015, 13:45
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"Profil": Clemens Schneider und Robert Wagner sollen Haider Geld in Aussicht gestellt haben

Wien - Rund um die Vorwürfe von Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit einem Seeimmobiliendeal zwischen dem Land Kärnten und ÖGB bzw. Bawag gibt es neue Vorwürfe. Das Nachrichtenmagazin "Profil" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, der frühere ÖGB-Finanzchef Clemens Schneider und der damalige Bawag-Vorstand Robert Wagner sollen im Jahr 2007 Jörg Haider Geld für das BZÖ in Aussicht gestellt haben.

Auch die Idee, das Maklerbüro Aucon Immobilien AG zwischenzuschalten, das ein Naheverhältnis zum ÖGB und zu Wagner hatte, sei von ihnen gekommen, schreibt "Profil". Schneider und Wagner würden inzwischen von der Wirtschafts- Korruptionsstaatsanwaltschaft als Beschuldigte geführt.

Erklärung am Sonntag

Sowohl Schneider als auch Wagner haben "Profil"-Anfragen zur Causa nicht beantwortet. Im STANDARD-Gespräch zeigte sich Schneider am Samstag kurz angebunden. Er verwies auf eine Presseaussendung am Sonntag, außerdem müsse er noch Rücksprache mit dem ÖGB halten.

Der Gewerkschaftsbund hat bisher alle Vorwürfe, von den Schmiergeldzahlungen gewusst zu haben, zurückgewiesen und diese als "absurd" bezeichnet. Auch der damalige ÖGB-Präsident und heutige Sozialminister Rudolf Hundstorfer schloss eigenes Fehlverhalten zuletzt aus. Er könne zu "100 Prozent ausschließen", finanziell profitiert zu haben.

Zuerst Geständnis

Der Fall war hochgekocht, nachdem die heutige niederösterreichische Landesrätin Elisabeth Kaufmann-Bruckberger (zuerst BZÖ, dann Team Stronach, heute Team Niederösterreich) gestanden hatte, bei dem Seen-Deal 700.000 Euro an das damalige BZÖ weitergeleitet zu haben. 35.000 Euro bekam sie selbst für ihre Geldtransporte.

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt derzeit laut eigenen Angaben gegen 15 Beschuldigte.

Die Kärntner Landesregierung unter Haider hatte 2007 mehrere Seeimmobilien von Bawag und ÖGB um 43 Millionen Euro gekauft. Der Rechnungshof und weitere Experten stellten später fest, dass der Preis weit überhöht war, außerdem wurden zu hohe Nebengebühren kritisiert. (go, derStandard.at, 28.3.2015)

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