Dschungel Wien und Tanzquartier: Jagd und Spiele

27. März 2015, 18:41
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Am Samstag sind Stücke über den Krieg zu sehen: "War Game" und "Monument 0"

Wien – Klingonen-General Chang klagt an: "Mord rufen und des Krieges Hund entfesseln!" Es läuft auf lebenslänglich für Captain Kirk und Dr. McCoy hinaus. Wir befinden uns bei Star Trek VI: Das unentdeckte Land. Der Untertitel ist Hamlet entrissen, genauer gesagt der ersten Szene des dritten Akts. Und auch General Changs Worte stammen von Shakespeare: Sie werden von Antonius in Julius Cäsar gesprochen, auch dort übrigens in Akt 3, Szene 1.

Nun dienen sie auch als Motto für ein Tanzstück, das im Jugendtheater Dschungel Wien zu sehen ist: War Game. Fünf junge Tänzer und Tänzerinnen des Wiener Konservatoriums betreten unter künstlerischer Leitung von Nikolaus Selimov ein Schlachtfeld. Zielpublikum sind Youngsters ab 14 Jahren: Was lösen die täglichen Bilder von Kriegen in ihnen aus und wie können die Verbindungen zwischen diesen Bildern und der Realität nachvollziehbar gemacht werden?

Als Antonius seine Worte äußert, ist Cäsar im Stück schon verblichen, und Cinna hat gerufen: "Befreiung! Freiheit! Die Tyrannei ist tot!" Ähnliches dachte vielleicht auch Gavrilo Princip, nachdem er 1914 den österreichischen Thronfolger erschossen hatte. Es folgte der Erste Weltkrieg. Diese ultimative Katastrophe macht die Choreografin Eszter Salamon in ihrem Stück Monument 0: Haunted by wars (1913-2013) zum Thema. Dieses wird am Samstag noch einmal im Tanzquartier Wien (TQW) gezeigt.

Der Vergleich zwischen Monument 0 und War Game kann sich lohnen – im TQW auch für Jugendliche, im Dschungel auch für Erwachsene. Zu erleben sind zwei ganz unterschiedliche Annäherungen an Antonius’ Vision von "des Krieges Händen".

"War Game": 28. 3., Dschungel Wien, 20.00, weitere Termine im April und Juni / "Monument 0": 28.3., Tanzquartier Wien, 20.30

  • "Was lösen tägliche Bilder von Kriegen in Jugendlichen aus?" Dieser Frage gehen fünf  junge Tänzer des Wiener Konservatoriums in dem Stück "War Game" nach.
    foto: ani antonova

    "Was lösen tägliche Bilder von Kriegen in Jugendlichen aus?" Dieser Frage gehen fünf junge Tänzer des Wiener Konservatoriums in dem Stück "War Game" nach.

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