Frankreichs Sozialisten droht bei Wahlen weitere Schlappe

27. März 2015, 16:57
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Konservative UMP von Ex-Präsident Sarkozy setzt auf Sieg

Paris - Die Sozialisten von Frankreichs Präsidenten Francois Hollande droht auch bei der zweiten Runde der Wahlen in den Departements eine Niederlage. Die rechtsextreme Front National hofft dagegen bei der Abstimmung an diesem Sonntag auf neuerliche Erfolge.

Die konservative UMP von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, am vergangenen Sonntag klar stärkste Partei, setzt auf Sieg. Die Wahl wird überschattet vom Schrecken über den Todesflug in den Alpen.

Aufgerufen zur Abstimmung sind rund 42 Millionen Wählerinnen und Wähler. Die Departements haben im zentralistischen Frankreich zwar wenige Kompetenzen, die Wahl gilt aber als Stimmungstest für das Land.

Bereits bei den Kommunalwahlen im März 2014 und der Entscheidung für das EU-Parlament zwei Monate später hatte der in Frankreich weiter unbeliebte Hollande heftige Rückschläge hinnehmen müssen. Als Ursache gilt die schlechte Wirtschaftslage im Land mit anhaltend hoher Arbeitslosigkeit, wenig Wachstum und vielen Schulden.

Bisher werden 60 der gut 100 Departements von der Linken gehalten, 40 sind in der Hand der Rechten. Landesweit kam das konservative Bündnis aus UMP und UDI im ersten Wahlgang auf 28,8 Prozent, die Rechtsextremen erreichten 25,2 Prozent die Sozialisten landeten bei 21,5. Nach dem Abschneiden der Parteien wird eine Umkehr der politischen Verhältnisse in den Departements erwartet.

Allerdings gibt es viele Unwägbarkeiten: Die FN war in 43 Departements vorn. Alle linken Parteien lagen zusammen noch vor den Konservativen. Nach der ersten Runde kommt es nun in 1614 Kantonen zu Duellen mit zwei Kandidaten-Duos. 278 Mal stehen drei Parteien mit ihren Paaren zur Abstimmung.

Vor den Departementswahlen wurden Gebiete neu zugeschnitten und Kompetenzen nicht abschließend geregelt. Erstmals treten keine einzelnen Kandidaten mehr an, sondern Paare. Jeweils eine Frau und ein Mann kämpfen als Team für ihre Partei. Damit soll eine Frauenquote von 50 Prozent in den Departementsräten gesichert werden.

Nicht abgestimmt wird aus wahltechnischen Gründen in Paris und Lyon sowie zwei der fünf Übersee-Departements Frankreichs. (APA, 27.3.2015)

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