"Elektro Moskva": Schräge Klänge aus der Sowjetära

27. März 2015, 16:15
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Der Dokumentarfilm, der sich international zum Festivalhit entwickelte, kommt nun regulär ins Programm des Wiener Top-Kino

Wenn das Theremin heutzutage öffentlich bei musikalischen Darbietungen zum Einsatz kommt, dann hat es immer noch etwas Eigentümliches, fast Beschwörerisches, wie dem Metallstab, ohne dass er dabei berührt würde, Töne entlockt werden.

Entwickler und Namensgeber dieses einzigartigen Instruments war 1920 der russische Physiker Leon Theremin. Unter anderem auf seinen Grundlagen aufbauend, entwickelten sowjetische Ingenieure und Erfinder später weitere Geräte, die einen nicht unbedingt beabsichtigten, künstlerisch nutzbaren Mehrwert hatten. Dies ist ein Anknüpfungspunkt für einen Film, der ein Stück Sowjetgeschichte erschließt, in deren Mittelpunkt singende Stäbe, seltsame Rhythmusmaschinen und andere Instrumente elektronischer Klangerzeugung stehen.

"Elektro Moskva" unternimmt eine dokumentarische Spurensuche: Er begleitet Sammler, die den alten, weggelegten Geräten nachjagen. Er trifft Musiker, die ihnen wieder Klänge entlocken – auch Archivaufnahmen sind zu sehen. Seit der Premiere vor zwei Jahren hat sich Elena Tikhonovas und Dominik Spritzendorfers Dokumentarfilm international zum veritablen Festivalhit entwickelt. Das Wiener Top-Kino nimmt ihn nun regulär ins Programm – ein Angebot nicht nur für Fans experimenteller, elektronischer Musik. (irr, DER STANDARD, 28.3.2015)

Derzeit im Top-Kino Wien, 21.00, am Sonntag auch um 13.00

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