FBI rät nicht länger zur Verschlüsselung

27. März 2015, 15:50
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Entsprechende Passagen aus Empfehlungen für Smartphone-Schutz gestrichen

Es ist ein gewisser Widerspruch: Einerseits empfehlen US-Geheimdienste seit Jahren die eigenen Daten per Verschlüsselung zu schützen, andererseits tun sie alles um diese Systeme aus Überwachungsinteresse zu unterwandern. Beim FBI scheint man sich dieses Spannungsverhältnisses mittlerweile bewusst geworden zu sein - und hat sich entschieden, eindeutig Position zu beziehen.

Gestrichen

Bereits seit einiger Zeit bietet die US-Bundesbehörde Tipps zum Schutz von mobilen Geräten an. Vor kurzem hat man dabei jedoch eine kleine, aber entscheidende Korrektur vorgenommen, wie Techdirt bemerkt hat. Alle Empfehlungen zur Verschlüsselungen des Smartphones wurden heimlich gestrichen. Auch die Verwendung eines Passcodes wird nicht länger angeraten.

grafik: fbi / techdirt
Die hervorgehobenen Passagen hat das FBI entfernt.

Eine gewisse Rolle in dieser Entscheidung mag wohl gespielt haben, dass diese Empfehlungen der Behörde vor einigen Monaten Hohn und Spott eingebracht haben. FBI Director hatte vergangenen Oktober ordentlich über Verschlüsselung vom Leder gezogen, und deren Nutzung "als riesiges Problem" und "Affront gegen den Rechtsstaat" bezeichnet.

Tränendrüse

Wenn nichts gegen Verschlüsselung unternommen werde, würde man schon bald nicht einmal mehr auf die Smartphones von entführten Kindern zugreifen könnten, zeichnete Comey ein emotional stark aufgeladenes Bild. Offenbar wusste Comey dabei aber nicht, dass das FBI selbst solche Maßnahmen anrät. (red, 27.3.2015)

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    foto: zachary fagenson / reuters
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