Immer mehr Features: Messenger-Apps wollen die Welt erobern

27. März 2015, 17:44
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Von Geldüberweisungen über Games zum Taxiservice: Messenger wollen mehr als Nachrichten übermitteln

Dass Facebook mit seinem Messenger noch Großes vorhat, war spätestens zum Zeitpunkt der Auskopplung der Anwendung aus der regulären Facebook-App zu erahnen. Jetzt zeichnet sich langsam ab, dass Facebook die Fähigkeiten der Chat-Anwendung massiv erweitern möchte: Künftig sollen sich Nutzer etwa Geld überweisen können, auf der Entwicklerkonferenz F8 kündigte Facebook zudem neue Apps an, die den Messenger ergänzen. Noch haben diese primär mit dem Chatten zu tun (so können etwa GIFs erstellt werden), doch bald wollen Messenger auch ihnen eigentlich fremde Funktionen integrieren.

Logisch oder überfordernd?

Die große Frage, die sich dabei stellt: Ist die Weiterentwicklung logisch oder werden Messenger überschachtelt, Nutzer überfordert? Eine erste Antwort liefern asiatische Dienste: WeChat und Line haben es geschafft, ihre Chat-Anwendungen zu einem eigenen Ökosystem auszubauen. Nutzer können Hotels buchen, ihr Smartphone via Messenger-App zum Schlüssel machen oder Arzttermine buchen. Weiters floriert auf Line der Handel mit Games, der Dienst bietet auch einen Taxiservice an.

Sprach- und Videofeatures

Diese Richtung könnten auch Facebook Messenger und Co einschlagen. Ein erster Überblick zeigt zaghafte Tendenzen: Bei Snapchat sollen verstärkt originale Medieninhalte integriert werden, weiters wird mit "Snapcash" ebenfalls ein Bezahlservice angeboten. Facebook Messenger will neben den erwähnten Zusatzfunktionen fürs Messenging auch Sprachanrufe ermöglichen. Auch WhatsApp tastet sich in Richtung Sprach- und Videofunktionen vor. Doch der 600 Millionen Nutzer starke Dienst beweist auch, dass Simplizität ein riesiger Vorteil sein kann. Denn WhatsApp ist gerade deshalb beliebt, weil das Programm leicht zu bedienen ist und sich so auf Textnachrichten fokussiert.

Monetarisierung

Analysten verstehen die Expansionspläne der Messengerdienste dennoch: Nutzer verbringen mehr Zeit denn je auf diesen Plattformen. Daher macht es durchaus Sinn, diese mit Zusatzfunktionen zu verstärken. E-Commerce sei zwar kein originär logischer Schritt, doch bringe natürlich viel Geld ein. Und die Monetarisierung von Nachrichtendiensten ist eine heikle Angelegenheit, da es so viele (Quasi-)Gratisanbieter wie eben Whatsapp gibt. Wie die Nutzer die Neuerungen aufnehmen, wird sich jedenfalls in den nächsten Monaten erahnen lassen. (fsc, 27.3.2015)

  • Facebook baut seinen Messenger aus
    foto: ap/risberg

    Facebook baut seinen Messenger aus

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