Zertifizierungen: Breeam führend bei Shoppingflächen

27. März 2015, 14:24
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Zwei Center der IG Immobilien wurden im Vorjahr nach dem britischen Standard zertifiziert

Gebäudezertifizierungen sind seit einigen Jahren ein wichtiges Thema unter Entwicklern und Betreibern, immer mehr auch im Segment der Shoppingcenter. Und hier hat sich im Wettbewerb der Zertifizierungssysteme mittlerweile eines klar durchgesetzt: das britische "Breeam"-System, entwickelt 1990 vom britischen "Building Research Establishment" (BRE), das damit eine gängige "Environmental Assessment Method" (EAM) aufstellte.

"Breeam ist im Bereich Retail führend", bestätigt auch Hermann Klein, Geschäftsführer der IG Immobilien. Die Nationalbank-Tochter hat ihre beiden innerstädtischen Einkaufszentren Rosenarcade Tulln und City Center Amstetten im vergangenen Jahr nach diesem Standard zertifizieren lassen. Die beiden heimischen Center seien dadurch in Sachen Gebäudeperformance sehr gut mit anderen Centern vergleichbar, und zwar international, sagt Klein. Für Breeam habe man sich aber auch deshalb entschieden, weil beim britischen Standard seiner Ansicht nach eine Zertifizierung einer Bestandsimmobilie viel leichter möglich sei. Die Rosenarcade, ein innerstädtisches Zentrum mit 16.000 m² Verkaufsfläche (davon derzeit 90 Prozent vermietet), feierte kürzlich ihren 7. Geburtstag.

"Optimierte Betriebskosten"

Ob es überhaupt sinnvoll ist, Shoppingcenter zertifizieren zu lassen, ist für Klein keine Frage: "Die Zertifizierung macht einerseits die Planung transparenter, andererseits den Betrieb besser darstellbar." Denn die für die Zertifizierung erforderlichen nachhaltigen Lösungen würden sich zumindest indirekt auch auf die Mieter auswirken, indem diese mit optimierten Betriebskosten rechnen können. "Dieses Thema wird in Zukunft sicher noch wichtiger werden", ist Klein überzeugt.

Einige der Lösungen, die zur Erlangung des Breeam-Zertifikats nötig waren, sind etwa die kostenlos nutzbaren E-Tankstellen für Elektroautos und E-Bikes in der Parkgarage, die es dort seit August 2014 gibt, eine ausgeklügelte Wärmerückgewinnung, der Einsatz wassersparender bzw. wasserloser Sanitäranlagen, ein prozessoptimiertes Mülltrennungssystem und die Umstellung auf LED-Beleuchtung. (mapu, DER STANDARD, 28.3.2015)

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