Song Contest in Wien: Wertschöpfung von 38 Millionen Euro erwartet

27. März 2015, 11:38
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Wettsingen soll 100 Millionen Euro Werbewert und 16 Millionen Euro Steuereinnahmen bringen, Tourismusdirektor warnt Hotellerie vor "Goldgräberstimmung"

Wien - Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Song Contests sind am Donnerstagabend im Zentrum einer von der Wien-Holding veranstalteten Diskussion in der Stadthalle gestanden. Das Großereignis wird eine Bruttowertschöpfung von 38,1 Millionen Euro bringen, 27,8 Millionen davon in Wien. Das geht aus einer Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) hervor, die im Rahmen der Veranstaltung präsentiert wurde.

"Die Studie sagt uns große Zahlen voraus", sagte Peter Hanke, Geschäftsführer der Wien-Holding. Sie zeige, dass sich der Song Contest lohne. "Durch die Wertschöpfung und den hohen Werbewert kommen die Investitionen wieder zurück", so Hanke. Der Werbewert der Veranstaltung wird auf 100 Millionen Euro geschätzt.

562 Vollzeitanstellungen

Zudem werden Steuereinnahmen in Höhe von 16 Millionen Euro erwartet, wovon der größte Anteil mit 6,2 Millionen Euro auf den Bund entfällt. Die Sozialversicherung erhält rund 5,9 Millionen Euro, die Stadt Wien etwa 0,9 Millionen, die anderen Bundesländer 1,6 Millionen und die Gemeinden 0,9 Millionen Euro. Durch die Großveranstaltung können laut der Studie Arbeitsplätze entsprechend 562 Vollzeitanstellungen im Jahresdurchschnitt geschaffen werden, davon 416 in Wien.

30.000 Übernachtungen erwartet

Am stärksten profitieren dabei die Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe, danach künstlerische Dienstleistungen, Rundfunkveranstalter sowie Werbung und Marktforschung. Für Wien wird mit rund 30.000 Übernachtungen gerechnet. Der Wiener Tourismusdirektor Norbert Kettner warnte die Hotellerie aber vor einer "großen Goldgräberstimmung". Genauso wichtig wie die unmittelbaren Effekte sei der Nachhall: "Der Song Contest bringt für uns eine globale Bühne, um unsere zwei zentralen Stärken, nämlich die Musik in jeder Form und unsere Gastfreundschaft, zusammenzubringen."

Wien als tolerante Stadt präsentieren

Den Imagewert der Veranstaltung betonte auch der zuständige Stadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ): "Sie ermöglicht es uns, Wien als weltoffene, tolerante Stadt zu präsentieren." Rund 1.700 Journalisten werden berichten und knapp 200 Millionen Zuschauer die Übertragung aus Wien verfolgen. "Wir haben die Möglichkeit, uns international zu präsentieren. Das ist unbezahlbar, das würde man mit normalen Marketingmitteln gar nicht hinkriegen", sagte Stadthalle-Geschäftsführer Kurt Gollowitzer.

"Die Bilder aus Wien werden um den Globus gehen", prophezeite ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Auch das Österreich- beziehungsweise Wien-Bild in den Archiven der Fernsehanstalten der teilnehmenden Länder werde dadurch geprägt und nachhaltig wirken. Nicht nur für den ORF, auch für die Stadthalle gehe es um ein "einmaliges Ereignis". "Jede einzelne Halle wird bespielt, jeder Zwischenraum genutzt", sagte Hanke.

Oxonitsch will "gemeinsam stolz sein"

Von den 11,7 Millionen Euro, die die Stadt Wien investiert, entfallen 8,89 Millionen auf die Stadthalle, unter anderem für Miete, Personalkosten, Technik, Energiekosten und die sogenannten Freimachungskosten. Hier sei es aber gelungen, keine einzige bereits gebuchte Veranstaltung absagen zu müssen, sondern sie vor oder nach dem Großereignis zu platzieren, so Gollowitzer. Dass die Großveranstaltung auch eine Beeinträchtigung für die Wiener darstellen werde, räumte Oxonitsch ein. "Das werden wir versuchen, durch dieses Fest wettzumachen", sagte er. "Wir nehmen die Veranstaltung zum Anlass, gemeinsam stolz auf diese Stadt zu sein und zu feiern." (APA, 27.3.2015)

  • Der schwedische Sänger Mans Zelmerlow feiert seinen Sieg bei der nationalen Entscheidung. Am 23. Mai singt er in Wien.
    foto: apa / epa / maja suslin

    Der schwedische Sänger Mans Zelmerlow feiert seinen Sieg bei der nationalen Entscheidung. Am 23. Mai singt er in Wien.

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