Türkei verabschiedet umstrittenes Sicherheitsgesetz

27. März 2015, 10:04
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Vollmachten der Polizei werden ausgeweitet, Kritiker befürchten Entwicklung Richtung Polizeistaat

Ankara - Das türkische Parlament hat ein umstrittenes Sicherheitsgesetz verabschiedet, das der Polizei zusätzliche Vollmachten einräumt. Wie die offizielle Nachrichtenagentur Anadolu meldete, wurde das Gesetzespaket zur inneren Sicherheit nach einer Nachtsitzung am Freitag in der Früh beschlossen. Es muss nun noch von Präsident Recep Tayyip Erdogan abgezeichnet werden, was jedoch als Formsache gilt.

Das mit den Stimmen der Regierungspartei AKP verabschiedete Gesetzespaket erweitert die Befugnisse der Polizei bei Festnahmen, Durchsuchungen und beim Schusswaffengebrauch. Die Mitte Februar begonnenen Parlamentsberatungen waren zeitweise in wüste Schlägereien im Plenum ausgeartet.

Kritik der Kurdenpartei

Mitte März hatte die AKP Teile des Pakets überraschend in die Ausschüsse zurückverwiesen und die Beratungen gestoppt. Dies erfolgte offenbar aus Rücksicht auf die Verhandlungen über eine Beilegung des Kurdenkonflikts; die Kurdenpartei HDP hat das neue Sicherheitsgesetz scharf kritisiert. Doch nun wurden die umstrittensten Teile des Pakets verabschiedet. Eine Stellungnahme der HDP lag zunächst nicht vor.

In den vergangenen Tagen hatte der für den kurdischen Friedensprozess zuständige Vizepremier Yalcin Akdogan die Haltung der HDP bei den Friedensverhandlungen scharf kritisiert. Einige Beobachter in Ankara erwarten, dass die AKP vor der anstehenden Parlamentswahl am 7. Juni einen nationalistischeren Kurs steuern wird, um rechtsgerichtete Wähler anzusprechen. Kritiker befürchten einen Marsch in den Polizeistaat. (APA, 27.3.2015)

  • Präsident Erdogans Unterschrift unter das vom Präsident beschlossene Sicherheitsgesetz gilt nur mehr als Formalität.
    foto: ap photo/burhan ozbilici

    Präsident Erdogans Unterschrift unter das vom Präsident beschlossene Sicherheitsgesetz gilt nur mehr als Formalität.

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