Salzburg fördert Schulabschluss für junge Flüchtlinge

27. März 2015, 08:28
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Land investiert 150.000 Euro in Kurs am Berufsförderungsinstitut

Salzburg - Rund 160 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sind derzeit in Salzburg untergebracht. Viele von ihnen sind aus ihren Heimatländern geflüchtet, bevor sie die Schule abschließen konnten, oder haben einen Abschluss, aber keine Zeugnisse, die sie vorweisen könnten. In Salzburg wollen deshalb immer mehr junge Flüchtlinge ihren Pflichtschulabschluss nachholen.

Das Berufsförderungsinstitut (BFI) Salzburg hat nun ein eigenes Ausbildungsprogramm für Flüchtlinge konzipiert, mit dem sie ihren Pflichtschulabschluss machen können. Das Land Salzburg fördert den Kurs mit 150.000 Euro aus dem Erwachsenenbildungsfonds. Neben dem klassischen Pflichtschulabschlusskurs werde den Teilnehmern zusätzlich vermehrt Deutschunterricht sowie eine Berufs- oder Ausbildungsvermittlung am Ende des Kurses geboten, erklärt Werner Pichler, der pädagogische Direktor des BFI Salzburg. Im Mai startet der erste Kurs mit 22 Plätzen.

Arbeit statt Mindestsicherung

"Das Nachholen des Pflichtschulabschlusses eröffnet den jungen Flüchtlingen Berufsausbildung und Arbeitsmöglichkeit. Bildung ist der Schlüssel zu Integration", sagt Integrationslandesrätin Martina Berthold (Grüne). Mit dem anerkannten Flüchtlingsstatus stehe ihnen der Zugang zum Arbeitsmarkt offen, gleichzeitig fallen diese Personen aus der Grundversorgung. Eine ist Ausbildung notwendig, um nicht von der Mindestsicherung abhängig zu sein.

Der Bedarf an diesem Angebot werde künftig auch steigen. Das Land Salzburg verhandelt derzeit mit dem Bund über die Unterbringung weiterer unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in einem Bundesquartier. (Stefanie Ruep, DER STANDARD, 27.3.2015)

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