Bulgariens Regierung rätselt über Vivacom-Verkauf

26. März 2015, 17:42
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Regierung will Auskunft über LIC33 des Belgiers Pierre Louvrier, der als Käufer aufgetreten ist

Sofia/Istanbul - Einen "saftigen Bissen für politische Hyänen" nannte der bulgarische Banker Zwetan Wassilew noch zu Jahresbeginn den bulgarischen Mobilbetreiber Vivacom, das ehemals staatliche Telefonunternehmen BTK, an dem er selbst einen Mehrheitsanteil hält. Nun hat jemand zugebissen, doch wer sich anschickt, den Konkurrenten der Telekom Austria in Bulgarien zu verschlingen, ist für die Regierung nicht ganz ersichtlich.

Als Käufer aufgetreten ist der Belgier Pierre Louvrier, dessen in Luxemburg registriertes Investmentunternehmen LIC33 den 43-Prozent-Anteil Wassilews bei Vivacom für einen Euro erworben haben will, zusammen mit anderen "Schmankerln" aus Wassilews Portefeuille - das Munitionswerk Dunarit, ein Wartungsunternehmen für Militärflugzeuge, die Datenüberträger Nurts und First Digital für das digitale Fernsehen in Bulgarien sowie ein Meinungsforschungsinstitut. Ob diese Kaufgeschäfte überhaupt Bestand haben, ist unsicher: Wassilews Bank KTB ist im vergangenen Jahr in die Insolvenz getrieben worden, der Banker selbst wartet in Belgrad auf eine Entscheidung über seine Auslieferung an die bulgarischen Justizbehörden. Diese ermitteln gegen den 55-Jährigen wegen Veruntreuung.

Die Regierung will nun Auskunft über die Finanzstruktur von LIC33. Dahinter steht der Verdacht, Louvrier sei ein Strohmann Wassilews und russischer Unternehmen. Louvrier hat dies zurückgewiesen. (mab, DER STANDARD, 27.3.2015)

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