Regulierung: EU-Kommissar will kleine Banken entlasten

26. März 2015, 15:39
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Jonathan Hill will übermäßige Belastung für kleinere Geldhäuser vermeiden

London/Brüssel - Die EU-Kommission will bei der Bankenregulierung auf kleinere Geldhäuser Rücksicht nehmen. Um eine übermäßige Belastung von diesen zu verhindern, werde es nötigenfalls Abweichungen von weltweiten Vorschriften geben, sagte EU-Finanzmarktkommissar Jonathan Hill am Donnerstag auf einer Konferenz in Brüssel.

"Ich möchte kleinere Institute mit geringerem Risiko nicht mit den gleichen Vorgaben belasten, die wir für größere riskantere Häuser brauchen", sagte Hill. Er werde an dieser Politik der Differenzierung auch künftig festhalten.

Diese Äußerungen dürften gerade bei den deutschen Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken gut angekommen. Sie haben wiederholt angemahnt, dass sie weniger stark kontrolliert werden müssten als global aktive Investmentbanken. Der Finanzmarktkommissar muss bis Ende 2016 etwa entscheiden, ob allen Banken in der EU verbindliche Vorgaben zur Verschuldungsquote gemacht werden. Die sogenannte Leverage Ratio gibt das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme an. Der Baseler Ausschuss fordert hierzu verbindliche Vorschriften, wie auch für die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio). Sie gibt an, wie lange Banken flüssig bleiben, wenn die Märkte austrocknen. "In beiden Gebieten wäre eine Differenzierung entscheidend", sagte Hill.

Die härteren internationalen Vorgaben für Banken sind eine Folge der Finanzkrise der Jahre 2007 bis 2009, als viele Geldhäuser rund um den Globus mit Steuergeldern gerettet wurden. Um das internationale Finanzsystem krisenfester zu machen, einigten sich die Staaten auf schärfere Vorgaben für Banken, die unter dem Namen "Basel III" bekannt sind. (APA/Reuters, 26.3.2015)

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